24. Juli 2016

Shibori Dyeing und Alabama Chanin: Ein Festival der "ersten Male"

Heute gibt's ein Feuerwerk der "ersten Male" hier im Blog, denn ich habe tatsächlich zum ersten Mal "händisch" gefärbt, und auch zum ersten Mal ein Kleidungsstück im Stil von Alabama Chanin genäht.
Makerist Shibori Dye Set und Alabama Chanin inspired Shirt: frauvau.blogspot.de
Aber der Reihe nach...

Es ist schon eine kleine Weile her, da trudelte hier ein Päckchen von Makerist* ein:
Makerist Shibori Dye Set und Alabama Chanin inspired Shirt: frauvau.blogspot.de
Drin war ein "Shibori"-Materialset - ein kleines (unverbindliches!) Dankeschön dafür, dass meine Wassermelonen-Clutch im Makerist-Blog vertreten war, und gleichzeitig für mich die Gelegenheit, das Färben mal zu testen.

Nun bin ich ja nicht der Typ, der sich gerne die Finger und die Umgebung einsaut.
Da kommt mir so ein "Färben-im-Glas"-Set doch sehr gelegen, denn das ist eine relativ saubere Angelegenheit.
Makerist Shibori Dye Set und Alabama Chanin inspired Shirt: frauvau.blogspot.de
Im beiliegenden Makerist-Heft* war eine ausführliche Anleitung enthalten, und so konnte ich gleich loslegen.

Todesmutig habe ich den Satz "am Ende entstehen oft ganz andere Farben, als auf der Packung angegeben" ignoriert und habe den (auch im Set enthaltenen) Jersey brav mit den Farben grün und gelb bestreut, gefaltet, gewickelt und ins Glas gesteckt.
Makerist Shibori Dye Set und Alabama Chanin inspired Shirt: frauvau.blogspot.de
Danach holte ich meine Überraschungsfärbung aus dem Glas - wer mir auf Instagram folgt, hat sie schon gesehen:
Makerist Shibori Dye Set und Alabama Chanin inspired Shirt: frauvau.blogspot.de
Das Ergebnis nenne ich liebevoll "Löwenzahnüberraschung"...
Eine Orgie in Grün (juhu!) und Gelb (hm. okayyyyyy....?).

Nun saß ich also da, mit meinem shibori-gefärbten Jersey und wusste noch keine so rechte Verwendung dafür.

Bei näherer Betrachtung des Jerseys fiel mir dann auf, dass dieser relativ dünn war - also eher für ein Tuch geeignet, wie im Heft angedacht.
Warum aber nicht trotzdem ein Shirt draus machen?
Doppellagig, vielleicht? 

Bei Martina und Sandra fielen mit schon die tollen, von Alabama Chanin inspirierten Kleidungsstücke ins Auge, und beim Gedanken daran kam auch die Erleuchtung:
Warum nicht die beiden Techniken kombinieren?!

Gedacht, getan.

Im Stash fand sich ein Sommerjersey in freundlichem Schwarz: Die perfekte Kombination, um die Shibori-Färbung zum Leuchten zu bringen und gleichzeitig die Gelbanteile in meiner Gesichtsnähe etwas zu neutralisieren.
Makerist Shibori Dye Set und Alabama Chanin inspired Shirt: frauvau.blogspot.de
Naaaaa?

Gar nicht so übel für den ersten Färbe- und Stickversuch, finde ich.
Makerist Shibori Dye Set und Alabama Chanin inspired Shirt: frauvau.blogspot.de
Die Stickerei war allerdings etwas lästig, muss ich zugeben.

Ich wollte einen "Peng"-Effekt und sehr plastische Stiche, so dass ich mir gelbgrünes und olivgrünes Perlgarn ausgesucht habe.
Das Sticken war damit relativ mühselig, denn die Jerseys waren zwar leicht, aber eben auch sehr fein. Entsprechend schlecht glitt das Garn durch den Stoff.
Zudem nervte mich das Verziehen des Jerseys. Auch doppellagig verhält er sich nunmal nicht wie Webware.

Das fertige Shirt braucht noch eine Runde in der Waschmaschine, damit die Schnittränder sich etwas weicher gestalten. Sonst bin ich - trotz der Probleme beim Sticken - doch sehr zufrieden mit dem Ergebnis (und mit mir, jawohl).  
Makerist Shibori Dye Set und Alabama Chanin inspired Shirt: frauvau.blogspot.de
Die Reversapplikationen habe ich mit verschiedenen Stickstichen eingefasst - vom einfachen Vorstich bis zum Kettstich ist fast alles dabei.

In den Detailaufnahmen sieht man gut den Farbverlauf des gefärbten Jerseystücks. Relativ gelb am Hals, nach unten hin immer mehr ins Grün übergehend.

Leider hat nur ein kleiner Teil meines Shibori-Jerseys einen "typischen" Batikeffekt. Ich glaube, ich habe einen Tick zuviel Wasser ins Glas gegeben, so dass die untere Stoffschnecke einfach etwas gleichmäßiger gefärbt wurde.

Makerist Shibori Dye Set und Alabama Chanin inspired Shirt: frauvau.blogspot.de
Das Rückenteil des Shirts habe ich komplett in freundlichem Schwarz gehalten und lediglich ein paar Kreiselemente aufgestickt, um den Look vom Vorderteil nochmal aufzunehmen.
Optisch verbunden wird dann alles durch die mit groben Laufstichen aufgenähten Rollsäume an Hals- und Ärmelausschnitten sowie am Saum.

Schnitt: Kirsten Kimono Tee
schwarzer Sommerjersey: unbekannter Herkunft, Restbestand aus dem Stash.
Färbejersey: Makerist Shibori-Set

Fazit: 
Neue Erfahrungen sind prima, und ab und zu muss man aus der Komfortzone kommen. Das habe ich damals bei meinem Dirndl-Dilemma schon festgestellt, und hier auch wieder.

Das Färben im Glas hat mir Spaß gemacht, eine Wiederholungstat (vielleicht in Webware und freundlichem Schwarz?) ist nicht ausgeschlossen. Ich denke da an ein Wickelkleid...
Lieben Dank an die netten Menschen bei Makerist.de* für das ohne Auflagen und Verplichtungen zur Verfügung gestellte Set und die Gelegenheit, meinen Horizont zu erweitern!

Und was treibt ihr da draußen so?
Habt ihr auch Lust bekommen, mal wieder etwas Neues auszuprobieren? Dann nur zu! In die Komfortzone kann man ja jederzeit wieder zurückkehren.

Ich verabschiede mich mit diesem Beitrag in eine (wohl internetlose) Schulungswoche, wo ich auch wieder Neues lernen darf und wünsche euch eine tolle Woche!
Herzlichst, eure

21. Juli 2016

Stokx Partyrock | Probenähen für Crafteln.de

Vor einiger Zeit hat mich Meike - den meisten wohl eher bekannt als "Frau Crafteln" - gefragt, ob ich nicht vielleicht Lust hätte, einen neuen Schnitt Probezunähen.
Was für eine Frage: Klar!

Hier präsentiere ich euch also ganz stolz und als eine der ersten (Ha!) den Partyrock des Labels Stokx für Crafteln.de*
Stokx Partyrock von Crafteln.de @frauvau.blogspot.de
Ganz mutig habe ich für den Stokx Partyrock einen schwarzen, gechinzten Popelin gewählt: Ich bin ja sooo farbfreudig...
Der Rock hat einen leichten Glanz und trägt sich bei den aktuell herrschenden Temperaturen einfach großartig, ich bin begeistert! ♥

Aber zurück zum Thema:
Der Partyrock ist einer von den Schnitten, die ab dem 22. August über Crafteln.de* erhältlich sein werden, und ich kann euch schon jetzt sagen: Da kommen noch tolle Sachen! Ich habe da schon das ein- oder andere läuten hören... ;)

Entworfen wurde der Rock von Meikes Freundin, die eben bereits das besagte Label Stokx betreibt, und die ein paar Schnitte aus ihrer Kollektion auf Meikes Drängen hin tatsächlich für uns Hobbyschneiderinnen zur Verfügung gestellt hat.
Grandios, meint ihr nicht auch?

Nach dem Motto "Patterns for EVERY.BODY" wird es bei Meike über Crafteln.de* dann ab Ende August Schnitte geben, die jedem schmeicheln und nicht auf Modelfiguren beschränkt sind.
Stokx Partyrock von Crafteln.de @frauvau.blogspot.de
Der von mir probegenähte Partyrock besteht aus 6 Bahnen und hat eine raffinierten Faltenwurf.

Faltenwurf? Höre ich euch fragen.
Ja, Falten.
Tatsächlich.
Leider in dem charmanten Schwarz kaum zu erkennen, so dass ich hier nochmal die Details für euch stark aufgehellt habe:
Stokx Partyrock von Crafteln.de @frauvau.blogspot.de
Links sieht man, dass die Falten erst ab bzw. knapp unterhalb der Hüfte aufspringen.
So entsteht eine große, schwingende Saumweite, ohne dass das Stoffvolumen obenherum unschön aufträgt.

Rechts unten seht ihr die Falten, die von der linken Stoffseite her abgesteppt werden.  (Und den farblich leider unpassenden Reißer, der aber von rechts gar nicht zu sehen ist. Ich LIEBE nahtverdeckte Reißverschlüsse!!!)

Genäht war der Partyrock in der Tat ratz-fatz.
Die Anleitung ist gut geschrieben und bebildert, so dass auch Anfänger ein Erfolgserlebnis haben werden.Für etwas geübtere Näherinnen ist das hier sogar ein Teil, das man morgens zuschneiden und abends zur Party tragen kann!

Das komplizierteste am ganzen Rock ist wohl die dezente V-Stelle zwischen Rock und angeschnittenem Besatz: Da muss man ein bisschen aufpassen, aber darauf wird in der Anleitung ebenfalls explizit eingegangen. 
Stokx Partyrock von Crafteln.de @frauvau.blogspot.de
Der Besatz wird im Original eigentlich mit Schrägband eingefasst. Das habe ich mir geschenkt, denn die verwendete Popeline ist leider so empfindlich, dass sich das Schrägband beim Bügeln unschön durchdrückte: Einfach versäubern mit der Ovi geht auch, und von innen sehe ja nur ich das.
Nächstes Mal dann mit etwas unempfindlicheren Stoff und Schrägband!

Der Stoffverbrauch ist bei der von mit genähten Größe (2) mit 1,70 m angegeben.
Meinen Rock habe ich aus knappen 1,30-und-einem-Rest (1,40 breit) rausgequetscht. Das ging allerdings nur, weil der Stoff keine rechte/linke Stoffseite und kein Muster hat. So konnte ich in doppelter Stofflage zuschneiden und  habe wirklich jedes Fitzelchen Stoff verwenden können.

Die Anpassung auf die eigene Figur ist durch die vielen Teilungsnähte recht einfach: Sechs Bahnen, sechs Nähte, sechsmal die Möglichkeit, etwas enger zu nähen oder auszulassen.
Apropos Nähte: Die Nahtzugaben sind bei diesen Schnitten bereits enthalten.
Wer mich kennt weiß, dass ich das eigentlich nicht mag. Freundlicherweise sind aber sowohl die Naht- als auch die Schnittlinien eingezeichnet, so dass man durchaus mit der eigenen Nahtzugabe arbeiten kann, ohne am Schnitt erst lange irgendwas anzeichnen zu müssen. Yay! :)

Und ... habe ich es erwähnt?
Die Saumweite... hach!

Der Rock DREHT!!!
(jaaaaa, ich bin ein Mädchen)
Stokx Partyrock von Crafteln.de @frauvau.blogspot.de
Und jetzt?
Party on mit dem Stokx Partyrock!

Wer auch so einen möchte, kann sich das Schnittmuster ab dem 22. August via Crafteln.de* kaufen und seiner Phantasie freien Lauf lassen.

Wie wäre es mit verschiedenfarbigen Bahnen? Oder einem Mustermix?
Wie würdet ihr den Rock interpretieren?
Das verspricht spannend zu werden!

Herzliche Grüße von der Testfront, eure

...mit meinem Rock hüpfe ich jetzt zu RUMS, wo sich heute noch mehr Selbermacher tummeln - schaut doch mal rein!

18. Juli 2016

Rettungsaktion: Vintage Bluse Fashion Style 4/2016, Modell 16

Die Vintage-Bluse (oder vielmehr der Nessel des Modell 16 aus der Fashion Style 4/2016) vom letzten Mittwoch hat nach viel hin- und herüberlegen doch nochmal den Weg an Püppi und auf den Nähtisch gefunden.

Ich darf vermelden: Meine Rettungsaktion verlief einigermaßen erfolgreich.
Einigermaßen, da die Bluse sicher kein Lieblingsstück wird, aber das Nesselmodell nach den vorgenommenen Verbesserungen definitiv tragbar ist, und zwar ohne total schlechtes Gefühl.

Zuerst habe ich mich an der Version von Frau Siebenhundertsachen orientiert und die gefalteten Abnäher verlängert.
Vorne um 2 bzw. 3 cm nach oben, hinten zusätzlich um 2 cm nach unten.

Dadurch wird das Schößchen viel geringer, und die Bluse an sich etwas weniger - äh - "puffig"? Ballonartig? Unförmig?

Jedenfalls ist sie jetzt wirklich etwas besser...
Vintage Bluse Nr. 16 aus der Fashion Style 4/2016 @frauvau.blogspot.de
Ein weiterer Minuspunkt war ja der seitliche Abnäher, der, wie schon erwähnt "irgendwo" hing.
Meiner Meinung nach noch nichtmal annähernd da, wo ein Abnäher hingehört.
Vintage Bluse Nr. 16 aus der Fashion Style 4/2016 @frauvau.blogspot.de
Gelbe Stecknadel: Abnäherendpunkt
Pinkfarbene Stecknadel: Brustpunkt

Ich bin keine Schneiderin, aber selbst ich sehe, dass das irgendwie nicht richtig sein kann.

Zwischendurch habe ich sogar überlegt, ob die Fashion Style bzw. Knip vielleicht auf einen C-Cup schneidet, konnte das aber leider nicht feststellen, und auch die versammelte Nähintelligenz auf Instagram wusste sich keinen Reim darauf.

Auf einer (englischsprachigen) Seite fand ich den Hinweis, dass in der Fashion Style bzw. Knip bis Größe 44 auf B, darüber hinaus auf C-Cup geschnitten wird.
Hm. Fast ein bisschen schade, denn das hätte einiges erklärt. Eine SBA wäre einfacher gewesen als dieses Rumgegurke...

Am Ende habe ich die Seitennnähte ein Stück weit aufgetrennt und den seitlichen Abnäher an der Seitennaht 2 cm, an der Spitze 3 cm nach oben verlegt und gleichzeitig um gut 2 cm verlängert.

Hier sieht man den Unterschied (vorher "x", nachher "o"):
Vintage Bluse Nr. 16 aus der Fashion Style 4/2016 @frauvau.blogspot.de
Auf dem unteren Bild auch zu erkennen: Kleine Fältchen unter dem Arm, die durch das erneute Annähen des Schrägbandes "mit Zug" auf dem vorderen Armloch entstanden sind.

Vielleicht nicht ideal, aber auch eine Verbesserung zu vorher.
Trotzdem könnte das Armloch einen cm weniger Luft unten und vorne vertragen (ja, ich bin immernoch der Meinung, dass das zu groß ist. Allerdings nur vorne.).
Testen werde ich das nicht mehr, die Bluse hat sich - trotz ihrer Rettung und jetzigen Tragbarkeit - für mich erledigt, ich werde keine weiteren Nerven mehr auf diesen speziellen Schnitt verschwenden.

Trotz der Schwierigkeiten mit der Vintage Bluse werde ich mich irgendwann doch noch am Kleiderbaukasten der Fashion Style vergreifen. Ist halt gar so verführerisch!
Ob ich einfach mal eine Größe kleiner versuche? Oder doch eine SBA?
Ich werde berichten, logisch. 

Der Vollständigkeit halber hier die Rettungsaktion auch nochmal von hinten:
Vintage Bluse Nr. 16 aus der Fashion Style 4/2016 @frauvau.blogspot.de
Ich mag das so viel lieber.
Natürlich springen die Abnäher immernoch auf, aber nicht mehr ganz so fürchterlich wie vorher.

Wie Ute, meine "110" für solche Fälle so passend sagte:  Das wird sicher kein Lieblingsteil mehr, aber nun doch ein nettes Blüschen für den Sommer.
(Bei der Gelegenheit darf ich angeben und sagen: Hier gibt er in dieser Woche ein Gastspiel! Woo-hoo!!!)

So, ich widme mich nun wieder angenehmeren Nähereien... was liegt bei euch gerade auf dem Tisch?
Urlaubsgarderobe? Schon Herbstliches? Oder seid ihr vielleicht auch gerade von einem Schnitt ein bisschen frustriert, weil's nicht so wird, wie ihr euch das vorgestellt habt?
Lasst mal hören!

Herzlichst, eure

13. Juli 2016

MMM mit Nesselmodell: Fashion Style 4/2016, Bluse Nr. 16

Da ich bekennender Nesselnäher bin (#muslinbeforetears!), habe ich auch für meinen Blusen-Ausflug in die Knip Mode bzw. Fashion Style einen Nessel genäht. Einen tragbaren.

Das ist durchaus wörtlich zu nehmen: Tragbar, aber nicht annähernd ein Endmodell.
Fashion Style 4/2016 Bluse Modell 16 @frauvau.blogspot.de
Versucht habe ich mich an dem Titelmodell der Fashion Style 4/2016 (Bluse Modell Nr. 16): Einer  Bluse mit gelegten Falten statt Abnähern und Bindeband.
Schick, dachte ich. Alltagstauglich zu Jeans und vermutlich auch zu Röcken durchaus tragbar.

Da die Schnitte für 172 cm Körpergröße und somit für längere Figuren ausgelegt sind als die Schnitte der meisten anderen Hersteller, habe ich erstmal beherzt gekürzt.

Grob orientiert habe ich mich dabei an den Kürzungen für das Weihnachtskleid (wir erinnern uns: Das Modell für "lange" Größen aus der Burda, das ich auf Kurzgröße bringen musste).

Fashion Style 4/2016 Bluse Modell 16 @frauvau.blogspot.de
Ich hab' mich für euch nochmal in den Garten geworfen...

Leider ist das Ergebnis "so lala".

Man sieht: Die Armausschnitte sind vorne zu groß - ich müsste da nochmal ran.

Auch die Passform insgesamt spricht mich nicht wirklich an: Die Faltenabnäher (gibt es dafür ein Wort?) machen keine schöne Form. Der Stoff ist plötzlich einfach da und auch irgendwie "zuviel".
Obenrum braucht man dann entsprechendes Polster (hier dazugemogelt, höhö), untenrum entsteht ein kleines Schößchen.
Aus tiefstem Herzen: Ich bin kein Schößchentyp, ich hab' selber Hüfte, und davon genug. Danke.

Der verwendete Stoff ist recht fließend. Ein feiner, leichter Batist. Günstig erstanden und deshalb auch nicht zu schade für einen Nessel.
Fashion Style 4/2016 Bluse Modell 16 @frauvau.blogspot.de
Die Schulterabnäher habe ich um gut 2 cm verlängert und einen knappen cm nach unten gesetzt (spitz zulaufend, natürlich).
An Püppi sieht man auch nochmal das Problem des überschüssigen Stoffs um die Brust herum, wenn da kein Schaumstoff drunter sitzt.

Davon ausgehend, dass die gefalteten Abnäher in der Taille sitzen sollen (was sie auch tun), also meine Kürzungen an sich erstmal richtig sind, liegen die seitlichen Brustabnäher falsch: Die sitzen nämlich irgendwo. 
Ja, richtig gelesen: Irgendwo. Meiner bescheidenen Meinung nach nichtmal annähernd da, wo sie hinsollen. Die dürften nochmal gut 3-4 cm nach oben. Entweder müsste man sie also neu einzeichnen oder komplett ins Armloch verschieben.

Die Bluse fällt ab der Taille relativ kurz aus: Wenn ich eine Hose mit mittelhohem Bund dazu trage, "blitzt" hinten der Rücken heraus, sowie ich mich bücke oder leicht nach vorne geneigt sitze. Kommt am Schreibtisch ab und zu vor: Alltagstauglichkeit ade!
Fashion Style 4/2016 Bluse Modell 16 @frauvau.blogspot.de
Die Anleitung ist auch eher was für Leute, die sich nicht über angeblich "zu knappe" Burda-Anleitungen beschweren, denn  man sollte schon wissen, was man da tut.
Ich persönlich finde es z. B. wichtig, wenn ich die Nahtzugabe bis zur Nahtlinie einschneiden soll, weil da eine Y-Nahtstelle entsteht (da, wo Knopfleiste und Bindeband/Kragen aufeinandertreffen).

Nun, die Bluse ist genäht.

Fashion Style 4/2016 Bluse Modell 16 @frauvau.blogspot.de
links: Ärmel und abgesteppte Passe am Vorderteil
rechts oben: Übergang Knopfleiste/Kragen/Bindeband
rechts unten: Einfassung am Ärmel und zurückgeschnittene Rückenpasse: mew!

Die Nahtzugaben habe ich im Gegensatz zum Originalmodell knappkantig abgesteppt und zurückgeschnitten, da ich mir das versäubern beim Nessel gespart habe. Overlock-Nähte hätte man auch unschön durchschimmern sehen, und ob sich das Ding nun irgendwann auflöst: Egal.

Ich habe es genäht, ich habe es getragen, ich werde es nicht mehr nähen und tragen wohl nur noch, wenn wirklich nichts anderes geht. Eine Zweitauflage ist höchst unwahrscheinlich.

Ein kleines bisschen schade ist es schon, denn ich mochte den Look dieser Bluse in der Zeitschrift schon. Leider sieht es so aus, als wäre der nicht für mich gemacht. Tja, kommt vor.
Vielleicht finde ich eine andere Bluse mit solchen Ärmeln: Hinweise werden gerne entgegengenommen!

In Kürze nochmal die Fakten, bevor ich euch zum MeMadeMittwoch entlasse:
Schnitt: Fashion Style (dt. Ausgabe der Knip Mode) 4/2016, Modell Nr. 16
Genäht in Größe 38 mit den entsprechenden Kürzungen.
Stoff: leichter Batist von stoffe.de
Glücksfaktor: Mh, für mich nicht. Aber vielleicht für euch?! Hübsch ist das Blüschen ja!

Es gibt noch ein paar Modelle aus der Fashion Style, die ich toll finde. Irgendwann werde ich also nochmal einen (Oberteil-)Test machen. Vielleicht fällt das nächste Modell ja ganz anders aus. Zumindest hoffe ich das, denn da war mal so ein Kleiderbaukasten... hach! ♥
Habt ihr eventuell schon etwas aus der Fashion Style genäht und mehr Glück gehabt? 

Aber jetzt hopphopp, auf zur heutigen Linkliste des MeMadeMittwoch-Blogs, wo heute gleich vier Damen unsere kleine Parade anführen und noch mehr normale (also... äh... im weitesten Sinne... höhöhö...) Leute mit Liebe Selbstgeschneidertes "an der Frau" bzw. "am Mann" präsentieren: [Hier entlang, bitte!]

Viel Spaß!

6. Juli 2016

MMM | Flamingo - Mittwoch oder Haben Sie auch einen Vogel?

Offiziell: Ja, ich habe einen. Manchmal mehrere.
Böse Zungen behaupten, es wären ausgewachsene Flugsaurier.

Zum heutigen MeMadeMittwoch zeige ich ein paar davon (äh, Vögel, nicht Flugsaurier!) mal "an der Frau", und zwar in Form meines vielgeliebten Flamingo-Rockes (Tusch, bitte!).
Letztes Jahr habe ich euch die Flamingos schon im Rahmen eines kleinen Tutorials gezeigt, damals allerdings noch ungesäumt und nur an der Puppe.

Zwischenzeitlich wurde er natürlich brav gesäumt und hat schon einiges an Wear & Tear hinter sich.
Ein klarer Fall von Herznähen, denn er passt wirklich nur wegen der Zeichenlinien in meine Core Wardrobe.
Immerhin kann man ihn gut kombinieren, denn grau/schwarz/weiß bin ich eigentlich gut aufgestellt. 

Bis auf die Tatsache, dass der Stoff leider (für Patchworkstoff) sehr knitteranfällig ist, bin ich nach wie vor restlos begeistert.
Man entschuldige also bitte die Trage- und Sitzfalten, der Flamingorock hat heute schon einen kompletten Bürotag hinter sich.
Auf den Bildern trage ich eine Petticoat (gekauft) drunter, aber auch ohne Stütze sind die Flamingos ganz nett anzusehen und bürotauglicher, finde ich.

Heute waren die Flamingos und ich gesagt auch eher mit Jäckchen unterwegs, denn es ist doch relativ kühl.
Irgendwie kam der Sommer neulich nur auf eine kurze Stippvisite vorbei, bevor er wieder verschwunden ist. (Wohin eigentlich? Hat ihn jemand gefunden??? Schickt ihn doch nochmal hier vorbei!)
Geht aber auch mit langen Ärmeln. Doch.

Hier nochmal eine Detailaufnahme der Nahttaschen mit dem Reißer und vom Stoff.
Ich weiß ja, dass ihr DEN vermutlich nochmal genauer sehen wollt, allerdings verrate ich wohl nichts Neues wenn ich sage, dass ich mindestens zwei Leute kenne, die den auch zuhause liegen bzw. auch schon vernäht haben.
Gell Monika & Frau Nadelbernd...
Das oben bereits erwähnte Tutorial für Nahttaschen mit nahtverdecktem Reißer in der Seitennaht findet ihr [HIER], womit zwar das Rad nicht neu erfunden, aber für mich damals ein gordischer Knoten geplatzt ist.

Neulich habe ich die Gelegenheit ergriffen und mich auch mal von "meiner Wand" gelöst.
Ist ja doch so, dass ich mich öfter mal beschwere, keinen ordentlichen Fotohintergrund zu haben und überhaupt (ihr kennt das vielleicht...?).
Hier also mal ein Bild "mit Hintergrund". 
Zu meiner Linken - ganz malerisch - die Dachrinne unserer Garage, unten links ein Stück Gartenschlauch.
Romantik kann ich! 

Vom Rock sieht man zwar nicht sooo viel, aber dafür finde ich unseren Rosengang gerade ganz besonders zauberhaft.
Leider haben unsere dornigen Schönheiten sehr unter dem wochenlangen Regen gelitten, aber zwei ganz späte Blüher sind gerade jetzt einfach ein Traum (und der Duft! Hach!).

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt: 
Stoff: "Flamingo Border" von Michael Miller, via birdsandbeesdesign.de (dort leider ausverkauft)
Schnitt: Kellerfaltenrock, abgewandelt vom Dirndl-Dilemma, Bund nach Maß.
Schuhe: Aerosoles (oh.so.fluffig!)

Ganz besonders gerne trage ich den Rock übrigens mit ganz anderen Schuhen... hüstel
Das mag nicht High Fashion sein, aber ... ich mag sie einfach! ;)
Viele Selbernäher in Selbstgenähtem gibt es wie immer Mittwochs auf der Linkliste des MeMadeMittwoch-Blog, wo Frau Kleidermanie uns ein Traumkleid zeigt (und uns vermutlich alle zum Schnitte kaufen verführt).

Man sieht:
Es ist nicht immer schlimm, einen Vogel zu haben.

Herzlichst, eure