28. September 2016

MMM | Kirsten Kimono Tee, Flamingo Edition

Zum heutigen Me Made Mittwoch gibt es bei mir (wohl zum letzten Mal in diesem Jahr) noch etwas Sommerliches zu sehen, denn die letzten beiden Wochen haben uns mit traumhaftem Herbstwetter verwöhnt.
So gab es noch genügend Gelegenheit unter anderem ein weiteres Kirsten Kimono Tee auszuführen, das ich schon zu Beginn des Sommers genäht habe und das seitdem auch schon regelmäßig in der Waschmaschine routieren durfte. Soll heißen: Es wurde oft und gerne getragen!

Ganz unspektakulär gibt es heute also das Kirsten Kimono Tee in der Flamingo Edition:
Me made Mittwoch: Kirsten Kimono Tee, Flamingo Edition @frauvau.blogspot.de
Den Schnitt habe ich ja bereits bei meinem Statement-Shirt verwendet und für gut befunden. Schnell genäht, nicht figurproblematisch und sehr vielseitig.
Bei dieser Version habe ich lediglich die Ärmel um 5 cm verlängert, der Rest ist unverändert.

An Halsausschnitt und Ärmelsäumen habe ich einen Streifen Sommersweat (oder French Terry) mitgefasst, der sich aufrollen durfte.
Am Halsausschnitt hat sich das bewährt, an den Ärmeln ist der Sweatstreifen - so schmal er auch ist - leider einfach einen Tick zu "schwer", weshalb die Ärmelsäume nicht so schön liegen, wie sie sollten. Das war bei Version 1 irgendwie besser, wobei der Streifen dort ja auch aus dem Shirt-Jersey war.
Im Alltag stört mich das nicht weiter, aber für eine weitere Version würde ich es nicht mehr so machen.

Der verwendete graue Viskosejersey hat einen traumhaften Fall, war allerdings echt blöd zu verarbeiten. Hätte ich damals schon meine tolle Cover gehabt, wäre auch der Saum kein Problem  gewesen. So musste die Zwillingsnadel ran, und obwohl ich die sonst echt mag, konnte ich diesem verziehfreudigen, flutschigen Stoff kaum Herr werden. Ich verrate nicht, wie oft ich den Saum wieder getrennt und neu genäht habe... Die Lösung war am Ende eine ganz leichte Bügeleinlage, alles andere war Mumpitz.
Das Tragegefühl ist dafür prima. Leicht, fluffig, aber eben mit schwerem Fall.
Me made Mittwoch: Kirsten Kimono Tee, Flamingo Edition @frauvau.blogspot.de
Auch die Flexfolie in neonpink kam wieder zum Einsatz. Diesmal in Kombination mit einer weiteren in blassrosa. Was läge bei der Farbkombi näher als Flamingos?!
Ja, ich habe ein Flamingo-Phase...

Die Kombination der Flexfolien war übrigens nicht so einfach, denn auf der Neonfolie hält die "normale" Flexfolie relativ schlecht.
Beim Bügeln der zweiten Lage musste ich so lange pressen, dass der neonpinke Flamingo jetzt am Hals ein schickes Muster hat, weil sich der Jersey leicht durchgedrückt hat (sieht man kaum, aber ich weiß es halt...). Umgekehrt, nämlich beim Schriftzug auf dem Rücken zwischen den Schulterblättern, war das Bügeln dann gar kein Problem.
Man lernt eben nie aus!

Hier gibt es nur ein unspektakuläres Shirt zu sehen, aber ich bin mir sicher, dass es in der heutigen Linkliste des MeMadeMittwoch-Blogs unter Führung von Frau Bunte Kleider in ihrer "Urlaubsrettungs-Esme" ganz viele wirklich tolle selbstgenähte Kleidung zu sehen gibt.
Deshalb: Nichts wie hin zum MMM!

Nochmal in Kürze:  
Schnitt: Kirsten Kimono Tee, kostenlos via Maria Denmark, Ärmel 5 cm verlängert
Stoff: Viskosejersey, extrem gut abgelagert. Ich glaube, von buttinette.
Flexfolien: Happy Fabric
Flamingos: Silhouette Store

Und nicht vergessen: Im Taubenschwarm, sei ein Flamingo!

Herzlichst, eure

14. September 2016

MMM | Betty Dress in der Nähnerdversion

Am heutigen MeMadeMittwoch möchte ich nochmal mein Betty Dress in der Nähnerdversion zeigen.

Nach gut vier Wochen hat sich das Kleid als echtes Lieblingsteil herauskristallisiert und ich bin sehr froh, dass der Sommer nochmal zurückgekommen ist und das Kleid noch so oft zum Einsatz kommen konnte!

Tatsächlich fühle ich mich in diesem Kleid pudelwohl, und das wiederum fühlt sich gut an, wenn ihr versteht.
Entgegen der Befürchtung, dass die doch recht weit außen sitzenden Träger irgendwann nerven könnten, muss ich nicht den ganzen Tag herumzuppeln oder korrigieren.

Und ganz besonders mag ich die Silhouette... 
Betty Dress von Sew Over It in der Nähnerdversion @frauvau.blogspot.de
Ja, zum Kleid trage ich Chucks... ♥
Im Büro heute habe ich das Kleid ohne Petticoat getragen.
Nicht nur, weil das beim Klettern auf die Aktenschränke stört, sondern auch, weil bei über 30° ein Petticoat einfach nervig ist. Gut sieht's ja aus, aber das sind mir heute einfach ein paar Stofflagen zuviel.
Trotzdem fällt das Kleid gut und sieht nicht lappig aus.

Ich überlege, ob ich mir noch die Ergänzung für die langen Ärmel zulegen sollte, um das Kleid noch etwas ganzjahrestauglicher zu machen.
Andererseits: Ein schwarzes Strickjäckchen findet sich ja im Schrank, wenn es im Herbst kühler werden sollte.
Betty Dress von Sew Over It in der Nähnerdversion @frauvau.blogspot.de
Meine geplante Zweitversion ist noch nicht angefangen, aber ich bin nach den letzten Wochen restlos überzeugt: Es wird sie geben. Die Nähnerd-Betty wird spätestens im Frühjahr eine Schwester bekommen.

Da ich meine Nähnerd-Version vom Betty Dress von "Sew Over It" mit allen notwendigen Infos und gaaaaaanz vielen Bildern schon mittem im Sommerloch vor vier Wochen in [diesem Posting] genauer vorgestellt habe, erspare ich euch heute die Wiederholung weiterer Details.
Stattdessen entlasse ich euch ganz zügig zum MeMadeMittwoch, wo sich wie immer viele Nähnerds in selbstgenähter Kleidung tummeln: Die Linkliste findet ihr [HIER].


Angeführt werden wir heute von Monika, die leider Abschied vom MMM-Team nimmt.
Man vergisst allzu oft, wie viel Arbeit im MMM-Blog eigentlich drinsteckt, und wie viele Leute sich da wirklich mit viel Zeit und Liebe einbringen. Danke euch allen! ♥
 
Wir sehen uns spätestens beim WMSAL16, oder?
Das heißt, falls der Sommer nicht einfach bleibt... ;)

Bis dahin: Habt es hübsch!

11. September 2016

Mode schneidern - Alle Techniken und Schnitte, die man wirklich braucht!

Als ich vor ein paar Wochen die Ankündigung des Buches "Mode schneidern - Alle Techniken und Schnitt, die man wirklich braucht!" vom Topp-Verlag sah, war ich gespannt wie ein Flitzebogen:
Schon das Cover sprach mich sehr an, und die Autorenliste wurde tatsächlich von Inge Szoltysik-Sparrer angeführt!

Wer hätte nicht gerne zu einer kompletten Grundgarderobe auch noch Nähtipps von "Pingel-Inge" aus "Geschickt eingefädelt", die in jeder einzelnen Folge für professionelle und ordentliche Verarbeitung eintrat?!
Ich jedenfalls war nach Lesen der Beschreibung Feuer und Flamme!
Mode schneidern - Alle Techniken und Schnitte, die man wirklich braucht! - Eine persönliche Rezension @frauvau.blogspot.de
In der Tat hält das 320 Seiten starke Buch das, was es verspricht - allerdings für die ein- oder andere Hobbyschneiderin durchaus mit kleinen Wermutstropfen versehen.



Der großzügige Technikteil (207 Seiten) enthält viele umfassende grundlegende Informationen und Techniken und ist an sich schon ein komplettes Nachschlagewerk, in dem auch fortgeschrittene Hobbyschneiderinnen immer wieder einmal blättern dürften.

Enthalten sind in den ersten zwei Dritteln des Buches unter anderem allgemeine Infos zu Nähmaschine und diversen Nähfüßchen, über die Verwendung der unterschiedlichen Maschinennadeln, Erklärung zu unterschiedlichen Kurzwaren und eine Zusammenstellung der wichtigsten Materialien und "Must Haves" für frustfreies und effizientes Arbeiten.

Außerdem werden verschiedene Maschinen- und Handnähte sowie Nähtechniken (z. B. Kappnaht, französische Naht, verschiedene Säume, Falten etc.) erklärt und Informationen zu Zuschnitt und Modellanpassungen gegeben.
Ergänzt werden die nähtechnischen Grundlagen durch eine kleine Stoff- und Textilkunde sowie eine kurze Vorstellung verschiedener Einlagearten.
Mode schneidern - Alle Techniken und Schnitte, die man wirklich braucht! - Eine persönliche Rezension @frauvau.blogspot.de
Der Technikteil ist durchgehend bebildert und deckt wirklich alle Grundlagen ab, die die Hobbynäherin braucht, hier ist der Titel des Buches tatsächlich Programm - allerdings nur, wenn besagte Hobbynäherin nicht vielleicht bereits ein Grundlagenwerk im Schrank hat: In diesem Falle wäre der immerhin 2/3 des Buches ausmachende Technikteil eigentlich unnötig.

Wer eventuell "Nähen - Das Standardwerk" besitzt, würde hier sogar eine (gekürzte?) Variante des Buches nochmal kaufen, denn die Autorinnen Brigitte Binder, Karin Roser und Jutta Kühnle, die in "Mode schneidern..." für den Technikteil verantwortlich sind, haben auch besagtes Standardwerk geschrieben: Hier wurde eindeutig Material wiederverwendet.

An sich ist das nicht weiter tragisch, denn gerade Grundlagen ändern sich ja nicht, und da sich "Mode schneidern - Alle Techniken und Schnitte, die man wirklich braucht!" meiner Meinung nach hauptsächlich an Anfänger richtet, ist das vielleicht auch ganz gut so.
Allerdings sollte man überlegen, ob nicht gerade Anfänger vielleicht erst kürzlich ein umfassendes Grundlagenwerk gekauft haben - bei mir zumindest war das damals das allererste Nähbuch in meinem Schrank.
Mode schneidern - Alle Techniken und Schnitte, die man wirklich braucht! - Eine persönliche Rezension @frauvau.blogspot.de
Wer sich bereits an dieser Stelle über Profitipps von (der immerhin an erster Stelle der Autoren genannten) Inge Szoltysik-Sparrer gefreut hätte, wird etwas enttäuscht sein: Diese Tipps kommen leider erst im Modellteil, was ich ein kleines bisschen schade finde.
Man hätte hier vielleicht doch schön kleine, allgemein gehaltene Profi-Kniffe aufnehmen können, wenn denn schon ein so umfassender Technikteil enthalten ist.
Andererseits hätte man dann den Grundlagenteil komplett neu setzen müssen, was natürlich eine Wiederverwendung von bereits vorhandenem Material schwieriger macht.



Die in "Mode schneidern..." enthaltenen 18 Modelle findet man dann ab Seite 210.
Für Design und Schnitte zeichnet sich Tuula Hepola verantwortlich: Das ist "Ottobre"!
Ich mag die Ottobre Modelle. Sie sind schlicht aber nicht langweilig, und so setzte ich gewisse Erwartungen in das Buch.

Natürlich sollte jeder Hobbynäherin klar sein: Eine Hose ist eine Hose ist eine Hose, und ein Rockschnitt wird vielleicht im Laufe der Zeit enger, weiter, länger oder kürzer, aber es bleibt nunmal ein Rock.
Extreme Neuerungen gibt es kaum noch, und wenn man denn Zeit und Lust hätte, könnte man aus einem guten Basisschnitt wirklich viel mehr herausholen, als wir es alle tun.

Trotz dieser Gewissheit hatte ich mir von dem Buch "neue" Schnitte versprochen. Eben solche, die diese typische Ottobre-Eleganz und Lässigkeit mitbringen. Solche, die man - je nach Stoffwahl - sowohl im Büro als auch in der Freizeit tragen kann, und dabei nie over- oder underdressed wirkt.
Mode schneidern - Alle Techniken und Schnitte, die man wirklich braucht! - Eine persönliche Rezension @frauvau.blogspot.de
Genau das halten die Modelle auch.
Tatsächlich bilden die Schnitte eine sehr schöne Grundlage für eine komplette Garderobe: Enthalten sind unter anderem verschiedene Röcke, eine Jeans und eine Bleistifthose, leicht (ab-)wandelbare Kleidvarianten (Etuikleid, Kleid in A-Linie, Maxikleid), diverse Oberteile (Blusen und Shirts) und sogar eine Trenchjacke.

Alle Modelle sind sehr ansprechend und es ist sicher für jeden Geschmack und Bedarf etwas dabei.

Die Trenchjacke und die Jeans dürften sogar erfahrenere Hobbyschneiderinnen fordern, während die Shirts und Röcke auch für blutige Anfänger Erfolgserlebnisse bieten.

Jedoch auch hier ein Wermutstropfen: Die enthaltenen Modelle sind Neuauflagen aus vergangenen Ottobre Woman Magazinen. Abonnenten oder regelmäßige Käufer der Ottobre Woman werden in ihrem Heftarchiv sicherlich alle Schnitte finden.

Interessehalber habe ich mal mein (sehr unvollständiges) Heftarchiv durchforstet und wirklich auf den ersten Blick schon einige Modelle entdeckt.
Mode schneidern - Alle Techniken und Schnitte, die man wirklich braucht! - Eine persönliche Rezension @frauvau.blogspot.de
Das tut der Schönheit der (für das Buch auch nochmals neu genähten) Modelle keinen Abbruch, aber es fällt eben auf und sollte dem Käufer auch klar sein. 
Auch die Anleitungen sind aus der Ottobre übernommen und gewohnt zweckmäßig.



Wie bereits erwähnt, finden sich im Modellteil auch endlich die versprochenen Profitipps von Inge Szoltysik-Sparrer, und zwar zu jedem Modell.
Ob diese Profitipps nun wirklich immer hilfreich sind, möge jeder für sich selbst entscheiden - ich ganz persönlich war etwas enttäuscht, dass sie vereinzelt gar nicht näh- oder modellbezogen sind.

Natürlich: Es kommt immer auf den Kenntnisstand des Lesers an. Aber bei einer Seidenbluse einen Tipp zum Entfernen von Nähmaschinenölflecken einzufügen, fand ich irgendwie seltsam.
Der Tipp an sich ist ja prima - aber ich hätte mich hier mehr über Tipps zum Nähen von Seide gefreut, die ja bekanntlich eine echte Diva ist.
Mode schneidern - Alle Techniken und Schnitte, die man wirklich braucht! - Eine persönliche Rezension @frauvau.blogspot.de
Bei der Jeans bezieht sich der Profitipp gar auf's Bügeln nach der Wäsche. Ja, der Tipp ist schön und gut (wenn man Jeans denn bügelt... ich streichle ja nur glatt...) - aber als hilfreichen Profitipp hätte ich mir eben etwas anderes erwartet.

Es gibt jedoch auch einige wirklich gute Tipps allgemeiner Natur.
Ich vermute fast, dass die enthaltenen Profitipps ganz bewusst so ausgewählt wurden, dass Anfänger nicht überfordert sind.
Das würde auch erklären, warum sie auf kleine Kästchen beschränkt wurden und keine "Pingel-Inge"-Anweisungen und Verarbeitungsvorschläge in den Nähanleitungen enthalten sind, wo sie sich die fortgeschrittene Hobbyschneiderin vielleicht gewünscht hätte.



Alle Modelle sind in Originalgröße auf zwei dem Buch beiliegenden Schnittbögen in den Größen 34 - 52 enthalten.
Vorteil: Es ist kein Ausdrucken und Kleben wie bei Schnitten von einer CD notwendig - das finde ich toll!
Nachteil: Puh. Die Schnittbögen...
Ich bin ja hart im Nehmen, aber hier hat man tatsächlich die Grundlage für bösen Frust geschaffen.
Als ich in der ersten Kundenrezension beim amazon gelesen hatte, dass die Schnittbögen eigentlich eine Zumutung sind, dachte ich noch "Ach, so schlimm kann's gar nicht sein", aber es ist in der Tat so schlimm.
Leider, leider, leider.
Mode schneidern - Alle Techniken und Schnitte, die man wirklich braucht! - Eine persönliche Rezension @frauvau.blogspot.de
Jede Hobbyschneiderin ist es gewohnt, dass auf einem Schnittbogen Modelle übereinander liegen und sich viele Linien kreuzen. Die meisten kennen das eben schon aus der Ottobre, Burda oder anderen Schnittmusterzeitschriften und können sich auf einem solchen Bogen auch zurechtfinden, aber hier ist das wirklich extrem schwierig.
Die Linien sind hauchdünn, was die Orientierung selbst durch ganz dünnes Seidenpapier zur Qual werden lässt.

Blutige Anfänger, an die sich dieses Buch meiner Meinung nach ja auch richtet, werden schnell das Handtuch werfen wollen.
Warum hat man nicht eine dickere Linienstärke verwendet wie z. B. in der Ottobre üblich?
Mode schneidern - Alle Techniken und Schnitte, die man wirklich braucht! - Eine persönliche Rezension @frauvau.blogspot.de
links: Ottobre und Buchschnittbogen im Vergleich.
rechts: Beide Schnittbögen unter Standard-Seidenpapier.
Nicht, dass das Linienchaos weniger wäre... aber wenigstens sieht man, was man abzeichnen soll.

Ich habe mich für sehr schlau gehalten und unter meinen Glastisch eine Lampe gestellt weil ich dachte, so leichter abpausen zu können... leider erwies sich das als Fehlschlag, denn die Schnittmusterbögen sind selbstverständlich beidseitig bedruckt. Es scheint also die zweite Seite durch, das dünne Linienchaos wird nur größer.



Mode schneidern - Alle Techniken und Schnitte, die man wirklich braucht! - Eine persönliche Rezension @frauvau.blogspot.de
Mein Fazit:

Wer noch kein Grundlagenbuch und auch noch keine größere Schnittmuster- oder Magazinsammlung besitzt, ist mit "Mode schneidern - Alle Technike und Schnitt, die man wirklich braucht!" gut bedient!
Anfänger haben auf einen Schlag einen umfassenden Ratgeber und eine Grundgarderobe, und auch fortgeschrittene Hobbynäherinnen dürften an Technik- und Modellteil ihre Freude haben. Hier hält der Titel "Mode schneidern...", was er verspricht und ist sicher auch günstiger als die Einzelanschaffung aller seiner Bestandteile.

Wer allerdings mit Nähbüchern und (Ottobre-) Zeitschriften ausgestattet ist, vielleicht schon ein kleines bisschen Erfahrung hat und deshalb explizit auf die Profitipps von Inge Szoltysik-Sparrer gelauert hat, sollte lieber auf ein anderes Buch warten.

Für Anfänger und Fortgeschrittene gilt leider gleichermaßen: Von den Schnittmusterbögen dürfte niemand begeistert sein.
Hier sollte der Verlag dringend darüber nachdenken, diese für eine zweite Auflage zu überarbeiten. Man kann zwar mit den Bögen arbeiten, aber Spaß sieht anders aus... und die Freude der beginnenden Hobbyschneiderin am ansonsten wirklich schönen und umfassend ausgestatteten Buch dürfte spätestens beim Abpausen verfliegen - das ist schade.






An dieser Stelle bedanke ich mich ganz herzlich ♥ beim Topp-Verlag, der mir unentgeltlich und verpflichtungsfrei ein Rezensionsexemplar von "Mode schneidern - Alle Techniken und Schnitte, die man wirklich braucht!" zur Verfügung gestellt hat!
Dieser Text spiegelt meine Meinung wieder, sollte euch jedoch nicht davon abhalten, euch selbst eine Meinung zu bilden!
Bei eventuell mitlesenden Herren möchte ich mich entschuldigen, dass ich fast nur die weibliche Form verwende. Ich bin mir bewußt, dass es auch Hobbyschneider/-näher gibt - bitte fühlt euch einfach einbezogen! :)

8. September 2016

Stokx Knitterkleid | Probenähen für Crafteln.de

Pünktlich zur Eröffnung des Crafteln.de-Schnittmustershops gibt es nun auch das zweite, von mir zur Probe genähte Schnittmuster zu sehen: Das Stokx Knitterkleid, hier in der Blusenversion.
Stokx Knitterkleid - Blusenversion - frauvau.blogspot.de für crafteln.de
Wie auch beim Partyrock habe ich mich an freundlichem Schwarz vergriffen. Und wiedermal festgestellt, dass Schwarz ganz schlecht zu fotografieren ist.

Das Knitterkleid (bzw. die Bluse) besteht aus zwei Vorderteilen mit seitlichen Brustabnähern, einer zweiteiligen Rückenpasse,  einem rückwärtigen "Schößchen", einem großen, voluminösen Kragen und Raglanärmeln mit Abnähern. Beim Kleid kämen nach Gusto noch Taschen hinzu.
Stokx Knitterkleid - Blusenversion - frauvau.blogspot.de für crafteln.de
Der Saum verläuft nach hinten schräg, was mir in diesem Fall tatsächlich auch so gefällt. Normalerweise bin ich ja eher für gerade Säume, aber wegen dem weit geschnittenen unteren Rückenteil fällt die ganze Bluse so gefälliger und schöner.

Das Stokx Knitterkleid wird eigentlich im schrägen Fadenlauf zugeschnitten und benötigt dadurch eine fast beängstigende Menge Stoff. In der von mir genähten Größe 2 als kurzärmelige Bluse wird der Stoffverbraucht mit fast 2 m angegeben.
Stokx Knitterkleid - Blusenversion - frauvau.blogspot.de für crafteln.de
Da mir leider kein leichter, knitterfreundlicher(!) Batitst in ausreichender Menge zur Verfügung stand, habe ich mich kurzerhand über alles hinweggesetzt und einen hauchfeinen Crash-Stoff unbekannter Zusammensetzung aus meiner "Giftkiste" verwendet:
Knitter-Effekt bereits vorhanden, und ich konnte alles im geraden Fadenlauf zuschneiden. Der Stoffbedarf lag somit bei mir knapp unter 1,50 m.

Warum der Stoff in der Giftkiste landete, war mir dann nach der ersten Naht klar: Bügeln "ist nicht".
Also habe ich (so gut wie möglich) mit viel Dampf und ohne Bügeleisenberührung die Nähte glattgestreichelt.  
Die Säume habe ich dann als Rollsäume gearbeitet. Sie wellen zwar jetzt, aber das stört mich nicht wirklich weiter, es passt zum feinen Stoff.  Bei richtigem Zuschnitt im schrägen Fadenlauf und mit bügelbarem Stoff wäre das Endergebnis sicher schicker.

Fazit für mich: Manchmal hat der Schnitthersteller eben doch recht!
Nächstes Mal werde ich also einen Stoff besorgen, der schon beim Hingucken knittert. Den haben wir ja eigentlich alle im Schrank, aber das Stokx Knitterkleid wäre nun auch endlich mal die passende Verwendung dafür.

Was mir an der sonst recht schlichten und einfachen Bluse am besten gefallen hat, war der Kragen.
Stokx Knitterkleid - Blusenversion - frauvau.blogspot.de für crafteln.de
Da sieht man auch: Der Stoff ist wirklich hauchfein...
Oder besser: Die Kragenverarbeitung.

Ich liebe ja so kleine Finessen. Technische Spielereien, die man vielleicht von außen noch nichtmal sieht. Hier ist es eben die besagte Verarbeitung des Kragens.

Vorne und an den Schultern ist weder innen noch außen eine sichtbare Naht. Der Kragen wird quasi verstürzt verarbeitet, so dass man lediglich hinten innen eine kleine Steppnaht sieht.

Das ist im Schnitt auch schon die kniffligste Stelle, aber Meike hat die Arbeitsweise wirklich extrem gut beschrieben, so dass man wirklich gedanklich nachvollziehen kann, was da passiert. 
Stokx Knitterkleid - Blusenversion - frauvau.blogspot.de für crafteln.de
Auf den Bildern sieht man auch gut, dass mein Stoff bereits einen Crinkle-Effekt hat. Das Nähen dieses Stoffes war ziemlich pestig, wenn ich so frei sein darf. Ich wiederhole nochmals für mich: Nächstes mal wirklich streng nach den Materialangaben von Frau Crafteln!
Beim Kragen ist auch "in sich" schon eine kleine Drehung vorgesehen, die - zusätzlich zum schrägen Zuschnitt - eine tolle Drapierung garantiert.
Während man bei voluminösen Krägen gerne den ganzen Tag herumzuppelt, damit das Ding richtig liegt oder liegenbleibt, muss man sich bei der Stokx Knitterbluse wirklich keine Sorgen machen: Dickes "Like", wie man neudeutsch sagen würde!
Stokx Knitterkleid - Blusenversion - frauvau.blogspot.de für crafteln.de
Die Anleitung für das Stokx Knitterkleid ist - wie auch schon beim Partyrock - gut geschrieben und wirklich leicht verständlich.

Wenn mal zugeschnitten ist, geht der Rest eigentlich flott von der Hand. Meine Bluse war innerhalb eines Sonntagvormittags genäht (zugeschnitten hatte ich schon vorher), lediglich das Säumen habe ich dann vor mir hergeschoben.

Das Stockx Knitterkleid ist ideal im Sommer: Leicht, ungefüttert, relativ weit... also absolut perfekt für heiße Tage, Strand und Stadtbummel.
Vielleicht auch mal mit Schrägbandeinfassung am Halsausschnitt statt drapiertem Kragen? Ich glaube, dass man aus dem Schnitt echt viel rausholen kann. Gerade das ist ja der Vorteil an so schlichten Schnitten: Sie sind unglaublich wandlungsfähig!

Ab sofort gibt's den Schnitt für das Stokx Knitterkleid und den [bereits hier verbloggten] Stokx Partyrock auch zu kaufen, und zwar im funkelnagelneuen Crafteln.de Shop! (an dieser Stelle bitte Champagnerkorkenknallen einfügen!)

Ganz herzlichen Dank an dieser Stelle nochmals an Meike (Frau Crafteln), die mir den Schnitt vorab zum Probenähen zur Verfügung gestellt hat, und zwar kostenlos und ohne weitere Verpflichtungen. Es hat mir wirklich Spaß gemacht, von Anfang an dabei sein zu können! ♥

Seid gespannt auf mehr und schaut doch mal rein im Crafteln.de Schnittmustershop!

4. September 2016

Sanibel Romper von Hey June Handmade

Schon vor Wochen war es um mich geschehen.

Immer wieder schlich ich um schöne Overalls herum: bei Sybille (dasbürofürschönedinge), Andrea (natuerlichkreativ) und Sandra (rehgeschwister) und ach-so-vielen anderen tollen Blogs gab es Overalls und Jumpsuits in unendlichen Variationen.
Immer wieder dachte ich: Ach nee, Jumpsuits sind nichts für mich. Ich bin zu klein und irgendwie zu - äh - also... irgendwie falsch gebaut jedenfalls ;)

Als ich dann das Sanibel Dress & Romper bei Hey June Handmade entdeckte, war es aus und vorbei. DEN Jumpsuit musste ich haben, Größe und Problemzönchen hin oder her.
Ich meine: Mal ehrlich, das ist die perfekte Zusammensetzung! Obenherum Hemdbluse und klassisch, untenherum aber locker und sommerlich.

Der Schnitt wanderte umgehend in den Einkaufswagen und wurde - man mag es gar nicht glauben - aus Ungeduld direkt zuhause ausgedruckt und zusammengeklebt. Bäm!
Ihr wisst - ich mache sowas sonst wirklich extremst ungern und ich kaufe auch prinzipiell keine Schnitte mehr, die nicht eine plottertaugliche Version mitbringen, ich war also ernsthaft verliebt. ♥

Da ich den Schnitt erstmal antesten wollte und ohnehin ein strandfähiges Kleidungsstück für den Urlaub brauchte, habe ich ihn dann auch direkt genäht...
Sanibel Romper von Hey June Handmade aus Jersey @frauvau.blogspot.de
...und zwar aus Jersey.

Richtig gelesen. Jersey!

Denn etwa zeitgleich mit dem Overall-Schnitt zog hier auch eine neue Maschine ins Nähzimmer ein: Eine Elna easycover*, die ich natürlich auch gleich testen wollte, und da kam eins zum anderen.
*) Hierbei handelt es sich um einen Amazon Affiliate Link. Wenn ihr über diesen Link einen Kauf tätigt, bekomme ich eine kleine Provision - selbstverständlich ohne Mehrkosten für euch!

Der Sanibel Romper ist eigentlich für Webware ausgelegt. Das war ein kleines Dilemma, bis ich auf die (unglaublich tolle) Idee kam, ihn einfach trotzdem aus Jersey zu nähen. Kurze WA-Rücksprache mit einer der Nähgöttinnen bestätigte: Sollte klappen.

Der Schnitt fällt reichlich aus: Laut Körpermaßtabelle hätte ich Größe M gebraucht, laut Fertigmaßtabelle hätte aber S locker ausgereicht.
Da ich mir als Stoff bereits den relativ schweren Baumwolljersey von Stoff und Stil ausgesucht hatte, den ich bereits im "Great British Sewing Bee Shirt" (Modell Nr. 4 aus "Drape Drape 2") vernäht hatte, war ich mir nicht ganz sicher: Größe M hätte Massen an Stoff um meine Taille wabern lassen, also habe ich mich nach den Fertigmaßen gerichtet und S zugeschnitten.

Das war auch besser so, wie sich herausstellte.
Der fertige Jumpsuit war nämlich gruselig.

Also, nicht komplett. Das Oberteil saß gut, und auch die Hose war prima - nur saß irgendwie alles am falschen Platz.
Saß das Bindeband in der Taille, war am Oberteil massig viel Stoff, der sich am Bauch (da, wo man's ja unbedingt am dringensten braucht!) staute, die Hose hing irgendwie zwischen Knie und Po.
Saß die Hose von der Schrittnaht her gut, hing das Bindeband unter der Brust - ich muss wohl nicht erwähnen, dass beide Varianten unmöglich waren...

Die Lösung lag nahe: Aus dem Hosenteil musste Länge heraus, und zwar mindestens 6 cm.
Da der Jersey vergebend ist, konnte ich einfach den Tunneldurchzug an der Taille wieder abtrennen, schrittweise 8(!) cm herausnehmen und dann alles wieder zusammensetzen.
Sanibel Romper von Hey June Handmade aus Jersey @frauvau.blogspot.de
Sorry, Handyfotos! Aber ihr könnt sehen, was ich meine... ;)
Das Ergebnis ist ein unterhalb der Taille sitzender Durchzug, kein überschüssiger Stoff am Oberteil und ein (für Jersey) ordentlich sitzendes Hosenteil.
Ein Bringer!
Sanibel Romper von Hey June Handmade aus Jersey @frauvau.blogspot.de
Ich habe übrigens tatsächlich den kompletten Jumpsuit bis auf die Knopflöcher mit meiner Overlock und der easycover* genäht.
Letztere muss ich natürlich noch weiter und mit anderen Stoffen testen, aber ich liebe sie jetzt schon!

Klar gibt es (mangels durchsichtigem Nähfuß) noch einige unschöne Stellen an den Säumen, aber insgesamt kann ich wirklich makelloses Arbeiten verzeichnen, und zwar vom zwei- über den dreifädigen Coverstich bis hin zum Kettstich.
(Ja, ich wollte wirklich ALLES ausprobieren!)
Sanibel Romper von Hey June Handmade aus Jersey @frauvau.blogspot.de
Auf dem (zwecks Detailansicht überbelichteten) Bildern sieht man die einzelnen Nähte.

Außerdem habe ich - anders als im Schnitt vorgesehen - den Tunneldurchzug durchgehend genäht, so dass die Knopfleiste durch ihn verdeckt ist.
Im Nachhinein eine blöde Idee, denn das war tatsächlich die einzige Stelle, an der ich dann auch prompt Fehlstiche zu verzeichnen hatte. Nun, wer nicht wagt... !

Statt eines genähten Bindebandes habe ich einfach einen Jerseystreifen geschnitten und eingezogen. Für diese recht sportliche und lässige Variante hat  mir das einfach besser gefallen.

Weitere Änderungen wären dann nur noch an den Ärmeln (ich habe schlicht die langen Ärmel verkürzt zugeschnitten) und am Halsausschnitt zu erwähnen. Ehrlich gesagt wollte ich keinen Hemdblusenkragen aus Jersey nähen, so dass ich den Halsausschnitt einfach in altbewährter Methode mit Jerseyband eingefasst habe.

MIR gefällt's! (Und wenn das alles nichts geworden wäre, hätte ich einen neuen Schlafanzug gehabt!)

In Kürze nochmal die Fakten meines liebsten Strandoutfits:
Schnitt: Sanibel Dress & Romper von Hey June Handmade
Jersey: Stoff und Stil, online nicht mehr erhältlich. Ein schwerer BW-Singlejersey.

Nächstes Mal dann eine Version aus Webware.
Vermutlich wieder Größe S, denn die Fertigmaße lassen darauf schließen, dass M eher sackig an mir sitzen wird. Yay oder nay - ich werde berichten!

Ach, und als Herbstversion. Denn beim Blick aus dem Fenster heute fiel mir auf, dass der Herbst schon mächtig an die Türe klopft.
Und ihr? Näht ihr noch für den Sommer oder seid ihr geistig-seelisch auch schon bei Wollstoffen und Mantelschnitten angekommen?

Habt es hübsch!

11. August 2016

Betty Dress von Sew Over It | Nähnerdversion (yay!)

Betty Dress (Sew Over It) in der Nähnerd-Version @frauvau.blogspot.de
Der Schnitt für das Betty Dress von Sew Over It liegt schon seit dem letzten Herbst hier, hat es aber noch nicht ganz nach oben auf den Nähplan geschafft.

Bis jetzt.

Denn als ich den Stoff aus der Sewing Studio Serie von Robert Kaufman sah, wusste ich gleich: Das kann nur ein Betty Dress werden!
Betty Dress (Sew Over It) in der Nähnerd-Version @frauvau.blogspot.de
Schockverliebt habe ich also die (durch den Tellerrock nicht unbeträchtliche Menge) Stoff gekauft und losgelegt.
Todesmutig sogar ohne vorheriges Nesselmodell.

Was soll ich sagen?
Ich bin verliebt in meine Nähnerd-Betty!

Kleinere Anpassungen am Oberteil nahm ich während des Nähens vor.
So habe ich die Schulternähte 1 cm angehoben (das ging während des Verstürzens ganz hervorragend) und in der hinteren Mitte oben zur Taille hin auslaufend 3 cm Weite herausgenommen.
Meine Haltung ist also irgendwie schief, denn 3 cm sind eine Menge.
Betty Dress (Sew Over It) in der Nähnerd-Version @frauvau.blogspot.de
Jetzt sitzt's aber auch hinten gut.

Den nahtverdeckten Reißer wollte ich eigentlich in die Seitennaht legen, um das hintere Ober- und Rockteil auch im Bruch zuschneiden zu können.
Leider ging das nicht, denn dann hätte ich noch mehr Stoff benötigt und ich habe schon fast jeden Fitzel meiner 3,5 m verbraucht.
Nur gut, dass der Nähnerd-Stoff keine Richtung aufweist... Ja, das Betty Dress ist stoffintensiv.

Und auch hier: Der Drehtest!
Betty Dress (Sew Over It) in der Nähnerd-Version @frauvau.blogspot.de
Hier dürft ihr ein "Huiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii" einfügen, denn so ungefähr fühlt sich das an!

So muss das sein!

Zwecks Alltagstauglichkeit habe ich noch seitliche Nahttaschen eingebaut. Nicht, dass hier das Rad neu erfunden wäre, aber ich finde, dass jedes Kleid welche haben sollte.
Der Vollständigkeit seien sie also hier lobend als pratkische Behältnisse für Bonbons, Taschentücher, Eisgeld und Autoschlüssel erwähnt.
Betty Dress (Sew Over It) in der Nähnerd-Version @frauvau.blogspot.de
Das Betty Dress ist recht einfach zu nähen: Brust- und Taillenabnäher vorn, zwei schmale Taillenabnäher hinten.
Das Wenden der Träger mit dem Beleg ist in der Anleitung super erklärt. Wer kein(e) Grundlagenwerk(e) zum Thema Nähen hat, findet hier eine wirklich anfängertaugliche Erklärung für das Verstürzen über die Schulternaht.

Besagten Beleg habe ich mir übrigens gespart und stattdessen das Oberteil komplett gedoppelt. 
Dadurch wird das Oberteil insgesamt etwas stabiler und das Rockteil hängt an der Taillennaht nicht nur am Außenstoff, sondern gleichzeitig auch am Futter.
Betty Dress (Sew Over It) in der Nähnerd-Version @frauvau.blogspot.de
Alternativ könnte man selbstverständlich ein Taillenband einbauen, aber warum kompliziert, wenn's auch einfach geht?!

Die wohl größte Herausforderung war der Saum.
Jaja. Richtig gelesen.
Einen Tellerrock ordentlich abzulängen und zu säumen ist schon eine Wissenschaft für sich.

Verschiedene Bücher geben unterschiedliche Tipps zum Thema Rocksaum/schräger Fadenlauf.
Ich habe mich am Ende auf eine Burda aus den 50ern verlassen (die mussten's ja wohl wissen?!) und das Kleid an der Taillennaht pitschepatschenass auf die Leine gehängt und mit Klammern beschwert trocknen lassen. Zur Sicherheit habe ich danach trotzdem Püppi nochmal ein paar Tage bemüht.
Auf den ersten Blick hat sich nicht viel getan, aber beim Ablängen kamen dann doch ganz schön unterschiedliche "Abschnitte" zustande.
Eigentlich ja klar: Vorne hängt das Kleid anders als hinten, die Hüfte muss auch irgendwohin und überhaupt steht ja jede(r) irgendwie ein bisschen schief.

Egal - ich habe den Überstand gleich mit der Ovi abgeschnitten und dann die Overlock-Naht zweimal eingeschlagen als Babysaum festgesteppt.

Leider besitze ich kein Rollsaum-Füßchen. Bisher hielt ich das für ein Manko, aber so geht's tatsächlich auch. Zumindest so lange der Stoff nicht durchsichtig ist.
Habt ihr ein Rollsaum-Füßchen?
Ist das ein Näh-Gadget, das ihr unbedingt braucht und nie mehr hergeben würdet? Ich ringe noch mit mir, denn so oft rollsäume ich ja doch nicht... Oder?
Betty Dress (Sew Over It) in der Nähnerd-Version @frauvau.blogspot.de
Zufriedenheitsgrad: Recht hoch, doch.
Der Saum ist schmal und unauffällig (so etwa 4 mm), beim Nähen hat sich nichts gewellt oder verzogen, und Mehrweite musste ich auch nicht einhalten. Mission accomplished, würde ich sagen.

In Kürze:
Schnitt: Betty Dress von Sew Over It (via Santa Lucia Patterns - Danke Constance!)
Stoff: Robert Kaufman "Sewing Studio", (Emmi Love via DaWanda)
Änderungen: Nahttaschen in der Seitennaht, sonst nur passformbedingte Änderungen.

Mein Fazit: 
Ein toller Schnitt!
Ich muss unbedingt das Betty-Dress-Add-On für die langen Ärmel noch haben und mal testen, ob man den Ausschnitt hinten auch entsprechend hochziehen kann. Dann hätte ich ein prima Basiskleid für das ganze Jahr.


Ein weiteres Betty Dress ist schon geplant, dann allerdings mit Faltenrock. Den traumhaften Stoff habe ich schonmal gewaschen... ;)

Erstmal sollte aber der Sommer zurückkommen, sonst nähe ich nämlich lieber gleich noch eine Esme!

Wenn ihr den Sommer sichten solltet: Schickt ihn mal her. Er wird schmerzlich vermisst!

Herzlichst, eure

7. August 2016

Esme Maxi Cardigan von Named Clothing für die Sommerpause

Nachdem der Sommer hier immer wieder Pause gemacht hat (und immernoch macht), musste ein Jäckchen her.
Mal ehrlich: Morgens bei 12° aus dem Haus gehen macht im Sommerkleid echt keinen Spaß...

Längere Zeit schon liegt hier also schon der "Esme Maxi Cardigan" von Named Clothing herum, lediglich in den Blog hat er es noch nicht geschafft. Irgendwie ist mir gefühlt doch eher nach Sommer, Sommerkleidern, Blusen, Shirts und Strandgut als nach Strickjacken.
Esme Maxi Cardigan von Named Clothing @frauvau.blogspot.de
Hilft aber nichts - hier also in voller Schönheit mein Esme (nicht-so-Maxi) Cardigan, der mir in diesem Sommer schon gute Dienste leistete:
Esme Maxi Cardigan von Named Clothing @frauvau.blogspot.de
Bling!
Ja, der Stoff glitzert.
Im Normalfall nicht ganz so heftig wie auf den Bildern, aber ich musste wegen des freundlichen Schwarz mal wieder etwas aufhellen. Bitte streicht geistig gut die Hälfte vom Glitzer weg, man sieht das eigentlich nicht so massiv.

Man sieht, dass ich den Cardigan massiv gekürzt habe.
Bei einer Körpergröße von 1,60 kann so ein Maxi-Ding leicht den Eindruck eines Bademantels erwecken, und das finde ich ganz schrecklich. Also: Kürzen. In meinem Fall bis knapp unter die Taschenunterkanten. 
Esme Maxi Cardigan von Named Clothing @frauvau.blogspot.de
Die Taschen habe ich wegen der Dicke des Strickstoffes mit leichtem Jersey gefüttert.
Gewichtsmäßig vermutlich nicht viel Unterschied, aber ich mag das so viel lieber.
Esme Maxi Cardigan von Named Clothing @frauvau.blogspot.de
Von innen sieht man das nicht, und auch von außen muss man schon genau hinschauen.

Die Taschenbeutel hängen innen lose, was mich in diesen Falle nicht weiter stört. Bei schwererem Stoff würde ich sie aber vermutlich mit ein paar Handstichen lose fixieren.
Esme Maxi Cardigan von Named Clothing @frauvau.blogspot.de
Die obere Kante konne ich dank Ute sogar passend absteppen.
Die Tasche "hält" so ein bisschen besser und die Naht klappt innen nicht unschön nach unten.
Esme Maxi Cardigan von Named Clothing @frauvau.blogspot.de
(Ich bin Batman!)

Der Esme Maxi Midi Cardigan ist ein Schrankfüller.
Es wundert es mich gar nicht, dass z. B. Monika schon mehrere Esmes in verschiedenen Farben besitzt.
Der Schnitt ist schnell und flott zu nähen, hat keine kniffligen Stellen und bietet durch seine Schlichtheit viele Spielmöglichkeiten.
Prädikat: Empfehlenswert! ♥

Auch hier ist schon mindestens eine weitere Version geplant, und zwar aus leichtem Sweat.

Und dann brauche ich wohl un.pe.tinkt noch einen ganz dicken, groben, grauen Strick für eine Winterversion. (Bezugshinweise anyone?)

Erstmal wird aber die Sommerversion an kühlen Tagen weiterhin ausgiebig zum Einsatz kommen. 

In aller Kürze: 
Stoff: Schwarzer Bouclé-Strick mit kupferfarbenem Glitzerblitzer von Jippel Flensburg, unter tatkräftiger Mithilfe von Ute (schneiderherz) bezogen und ausgesucht, da es damals noch keinen Online-Shop gab. (Danke nochmals für die WhatsApp-Beratung und überhaupt!)
Schnitt: Esme Maxi Cardigan von Named Clothing, auf Midi-Länge gekürzt.
Genäht habe ich Größe 36-38. Kleiner hätte es vermutlich auch getan, aber ich fand die überschnittenen Schultern so besser und man kann sich so auch richtig in der Jacke einwickeln. Passt!

Nun hoffe ich natürlich trotzdem, dass der Sommer nochmal so richtig zurückkehrt, denn mein Urlaub steht noch aus, und ich gedenke, meine neuen Sommerkleider Gassi zu führen. Daumen sind gedrückt!
Und ihr? Näht ihr noch Sommerkleidung oder seid ihr schon voll in der Planung und Fertigung für Herbst und Winter?

Herzlichst, eure