25. Februar 2015

Soll und Haben - eine Bestandsaufnahme.

Überall liest man derzeit vom Minimalismus (nix für mich, zugegeben), vom Reduzieren, bewußter kaufen/leben..., vom Ausmisten des "zuviel" und vom schätzen lernen dessen, was man hat und wirklich braucht. 

Als Selbermacher fragt man sich dann manchmal direkt: Was mache (ich nehme hier mal das Universalwort "machen" - bitte setzt selber nähen/stricken/häkeln/schnitzen.... ein) ich eigentlich, weil ich es wirklich brauche, und was mache ich, weil ich es einfach möchte, vielleicht aber weder brauche noch nutzen werde?

Kaufe ich diesen Stoff (diese Wolle/dieses Material) weil er so schön ist und ich ihn verwenden möchte, oder einfach weil er gerade heruntergesetzt ist (und ich trotzdem ganz tief in mir drin weiß, dass ich das entstandene Kleidungsstück niemals oder nur sehr selten tragen werde)?
Muss/will ich genau dieses Kleidungsstück nähen?
Brauche ich einen neuen Schnitt, oder könnte ich vielleicht mit wenig Aufwand einen vorhandenen abwandeln? - Ein schöner Beitrag übrigens genau dazu heute bei schneidernmeistern...

Ist es nicht ganz oft einfach der Wunsch danach, etwas oder jemand zu sein, das/der man nicht ist?
Kauft man sich den grellbunten Stoff, weil man gerne so wäre wie XYZ, der auch immer tolle, bunte Klamotten trägt? (Oder Anzüge/blaue Matrosenhosen oderoderoder... es geht um das Prinzip, nicht um "bunt"!)
Bin ich nicht zufrieden mit dem, was ich habe oder mit dem, was ich bin? 
Soll und Haben - eine Bestandsaufnahme bei frauvau.blogspot.de
Mal ganz ehrlich: Wir alle haben unsere Leichen im Schrank.
Fehlkäufe, rausgewachsen, rausgeschrumpft (okay, vermutlich eher selten...), das typische "im Geschäft sah das gut aus!"

Die Frage, warum man diese Sachen gekauft hat oder warum man manche Sachen ewig aufhebt, in der Hoffnung, vielleicht DOCH nochmal reinzupassen, läßt sich dabei häufig ganz einfach beantworten: Man hält an etwas fest, das man nicht (mehr) ist.
Ob das nun schlanker/beruflich erfolgreicher/sportlicher/weniger Mutti ist, sei dahingestellt. Aber manchmal kaufen wir ein Bild oder haben noch ein Bild von uns in diesen Sachen, das wir irgendwie noch festhalten wollen. .
(An dieser Stelle frage ich mich, wie viele Leute jetzt schon ausgestiegen sind oder ob überhaupt einer mein Geschwafel versteht. Ich glaube, ich muß später nochmal Korrektur lesen...)

Trotzdem habe ich auch Dinge, die ich wirklich bis zum Letzten trage und dann sogar Zweitauflagen nähe. Ist das ein Widerspruch in sich? Oder sind das genau die Sachen, die es WERT sind, dafür Geld auszugeben?

Schon im letzten Jahr verfolgte ich die Serie "Wardrobe Architect" bei Coletterie mit Interesse.
Ja, ich konnte mich da in ganz vielen Dingen wiederfinden:
Viele Kleider im Schrank, die ich zwar "an sich" schön fand, aber mit denen ich mich nicht (mehr) identifizieren konnte.
Viel Konsum betrieben, der vielleicht auch nicht hätte sein müssen, und ich habe sogar ein Teil zwei Teile im Schrank, die ich noch nie (wirklich noch nie!) getragen habe. Ich fühle mich unwohl darin.
Viele Sachen, die zwar durchaus kombinationsfreudig wären, zu denen mir aber dann irgendwo die entsprechenden Basics in ausreichender Menge fehlen, so dass ich sie doch immer nur in der gleichen Zusammenstellung trage.
Ein paar Sachen, zu denen mir der Mut fehlte, es in meinem ländlichen Rahmen konsequent zu tragen (obwohl ich es mochte). Ja, auch unser Umfeld bestimmt (mit), wie wir uns kleiden. 

In diesem Jahr ging die Serie in die zweite Runde, und obwohl ich mich nicht an dem Zeitplan beteilige, lese ich wieder interessiert mit, vergleiche und denke nach.

Im deutschsprachigen Blograum (und über Instagram) stolperte ich neulich über den Hashtag "#myspringessentials", eine im Grundprinzip ähnliche Aktion, die von elle puls, ms. fisher und fantantisch ins Leben gerufen wurde.
Kurz hatte ich überlegt, ob ich mitmache, habe es aber schlicht aus Zeitgründen verworfen.
Sollte es für den Sommer eine ähnliche Aktion geben, wäre ich vermutlich dabei, denn es wäre vermutlich mal Zeit, eine Bestandsaufnahme zu machen:  Was habe ich, was möchte ich, was bin ich?

Sehr interessant fand ich diese Art der Bestandsaufnahme bei fantantisch. Jedes Teil im Schrank mal "an der Frau" fotografieren und sich dann selber (vielleicht sogar erstmals?) richtig wahrnehmen.
Es ist ja so eine Sache mit der Selbstwahrnehmung.

Ähnlich wie bei gegenwindundglitzerkram denke ich, dass ich dabei etwas über die eigene Silhouette lernen könnte - ich liege wohl irgendwo zwischen Birne und Rechteck... Äh... genau! ;)
Freja hat außerdem aus einem Bestandteil des Wardrobe Architekt einen Nähplan erstellt, der für viele sicher interessant ist, die nicht unbedingt auf englisch mitlesen möchten oder können.

Farblich würde ich wohl doch wieder meinem alten ich treu bleiben und mich weiterhin im fröhlichen Schwarz- und Graubereich halten, gewürzt mit etwas Grün und ab und an Türkis. Ich denke, daß ich da auch meine Farbpalette gefunden habe.

Fakt ist: Ich habe schon angefangen, meinen Schrank auszumisten und verschiedene "Leitfäden" zu pinnen und werde damit auch weitermachen. Auf einen Schlag schaffe ich das einfach nicht, zudem trenne ich nicht strikt nach Jahreszeiten, sondern eher nach "Übergang - zu heiß - Übergang - saukalt".
Im Frühling werde ich es somit auch nicht auf eine Core Wardrobe mit 33 perfekten Teilen schaffen, aber für den Sommer könnte man schonmal planen. Stichwort: Reisekoffer.

Jetzt interessiert mich aber: 
Wie haltet ihr das?
Näht ihr ausschließlich nach Plan?
Überlegt ihr vorher, was wozu passen könnte?
Kennt ihr eure Silhouette? Wisst ihr immer 100%ig, was euch steht oder welche Form euch schmeichelt oder habt ihr auch manchmal Ausfälle?  
Seid ihr immer (wirklich immerimmerimmer) sicher vor Spontankäufen? Seien es Klamotten oder Material?

Ich würde gerne noch mehr schreiben, aber das Thema und die Gedanken dazu könnten ein Buch füllen und ich glaube, ich habe euch für heute schon genug gelangweilt und entschuldige mich ausdrücklich für den schwafel-lastigen Post. Musste aber mal sein... :)
Vielleicht habt ihr nun aber auch etwas zum Nachdenken gefunden - ich freue mich, wenn ihr mich wissen lasst, wie ihr zu dieser ganzen Sache steht. Sammeltrieb oder Minimalismus? Soll oder Haben?

Herzlichst, eure
Herzlichst, Frau Vau




Weiterführender Lesestoff, Worksheets & Bücher zum Thema:
into-mind.com: Workbook
Modefluesterin.de
110 creations: A sewist's notebook
Ordnungsblog (nicht speziell für Kleidung, aber gernerell zum Thema Organisation im Alltag lesenswert)
Minimalismus im Kleiderschrank: Entrümpeln und den eigenen Stil finden*
Outfit: Stylingformeln für Sie*

... und natürlich die im Posting verlinkten Blogs.
Wenn ihr weitere Tips im WWW habt, teilt sie doch bitte mit mir und den anderen Lesern, die bis zum Schluss durchgehalten haben - Danke!!! :)

Kommentare :

  1. Also - ich mag Pläne. Die sind mit das Beste überhaupt. Im Moment habe ich (in Anlehnung an Wardrobe architct) auch einen Plan. Außerdem besitze ich ein Skizzenbuch... Da finde ich dann in schönster Regelmäßigkeit Dinge wieder (bspw. Ideen von letzten Jahr, die ich eben noch für ganz neu gehalten habe).
    Ansonsten mag ich es eher farbig (bei Röcken und Kleidern) und nehme wenig Rücksicht auf Kombinierbarkeit (leider), zur Not muss eben wieder die olle Jeansjacke her. Da könnte ich also noch daran arbeiten :-)
    Extrem schwer ist für mich das Ausmisten - denn allein bei dem Gedanken daran fallen mir so viele Baustellen ein, dass ich garnicht erst anfange. Sollte ich vor dem Ausmisten des Kleiderschranks nicht lieber mal meine Unterlagen in Orndung bringen??? Und was ist eigentlich mit der Einsamen-Socken-Sammlung...???
    Ich versuche einfach ganz gelassen mein Ding zu machen.
    In diesem Sinne
    LG
    Simone

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    1. MÖGEN mag ich Pläne auch. Deshalb finde ich ja diese ganze Sache so toll. Aber ich halte mich relativ selten an Pläne, weil ich dann doch abgelenkt werde oder gelangweilt bin oderoderoder...
      Da bewundere ich außerdem, dass Du das gelassen angehen kannst. Mich stressen (meine eigenen!) Pläne irgendwann, und dann bin ich blockiert, dann geht gar nichts mehr.

      Ausmisten finde ich allerdings toll - durch zwei Fächer vom Schrank bin ich durch, ich freue mich schon auf das nächste. Das befreit wortwörtlich! :)

      Ich habe schon gesehen, dass Du ja auch eine Art Core Wardrobe in Angriff genommen hast - ich bin gespannt, ob Du dann mehr Kombimöglichkeiten findest!

      Liebe Grüße
      Katrin

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  2. Heute morgen habe ich schon mit großem Interesse den Beitrag bei Frau Schneidermeistern gelesen und konnte bei etlichen Punkten eigene Gedankenansätze wieder finden.
    Und genau wie Dir, ist mir auch mal wieder der Haken an produzierender Leidenschaft bewusst geworden.
    Nun werde ich mich erst mal mal durch Deine interessanten Links klicken (aber erst, nachdem ich endlich SewingBee geguckt habe).
    Der Kleiderschrank muss dringend durchsortiert werden und von "Sewing with a plan" habe ich schon vor Jahren mal geträumt...

    Herzlich
    Ute

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    1. Ja. Schaffen wir, um etwas Tragbares zu haben (also aus Notwendigkeit) oder ist der - hm, ja, sagen wir ruhig mal "Lustgewinn" beim Schaffen das, was uns antreibt? Also, der Prozess an sich, (relativ) unabhängig vom Ergebnis???
      So ab und an muss ich das in Frage stellen.
      Sewing with a plan war ja vor Jahren schonmal "in" - damals habe ich es nicht geschafft. Vielleicht auch, weil mir mein eigener Stil (das klingt jetzt so großkotzig... Du weißt, was ich meine!) nicht wirklich klar war. Manchmal ist das heute noch so, aber eine grobe Richtung ist zumindest schonmal da.

      In diesem Sinne: Viel Freude beim Schaffen - sei es um des Prozesses oder um des Produktes willen!
      Grüße gen Norden!
      Katrin :)

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  3. Da hast du einem ja so richtig was zum Lesen hinterlassen. Einige Links hatte ich schon besucht fantantisch z. B. und schon sehr gestaunt. Ich selber würde gerne planerischer ans Nähen herangehen, weil meine Hürde die ich zu nehmen habe, ist mein Kleiderschrank, den ich mir mit meinem Mann teile. Soll heißen, kaufe oder nähe ich was Neues, muss was Altes raus. Auch eine Art der Kontrolle, allerdings, wenn ich ehrlich bin träume ich von einem riesigen Schrank für mich alleine. LG Heike

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    1. Mein Mann und ich, wir teilen auch einen Schrank - allerdings ist der doch eher groß, und der Teil meines Mannes schon fast so vollgestopft wie mein eigener. Nur die Gründe dafür sind unterschiedlich ;)

      Nun werde ich also mit gutem Beispiel vorangehen, meine Seite ausmisten und hoffen, daß er nachzieht.
      Beim Kurzen ist das ja noch kein Thema: Der wächst einfach längenmäßig aus seinen Klamotten raus. Der Zug ist bei mir wohl abgefahren ;)

      Mit Deinem Ansatz hatte ich es schonmal versucht, allerdings ist dafür einfach schon zuviel im Schrank drin gewesen. Ich muss wirklich Nägel mit Köpfen machen und vor allem auch ehrlich zu mir selbst sein: In "pränatale" Klamotten werde ich nach vier Jahren wohl nicht mehr reinpassen. :/

      Liebe Grüße
      Katrin :)

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  4. Ich habe nur wenig Kleider-näh-Erfahrung und dementsprechend kauflastig sieht mein Kleiderschrank aus. Vor zwei Jahren habe ich die - leider nicht ganz billigen - Kleider von nile entdeckt. Aber das sind, wie man früher sagte, Sonntagskleider. Zu schade, um in der Küche zu stehen und Tomatensugo zu kochen oder mit dem Kind im Sandkasten nach der Schaufel zu suchen. Für solche Aktionen oder auch zum Einkaufen trage ich "nur" Jeans und Shirt. Das ginge auch stilvoller.
    Ich habe mir drum schon einige Bücher gekauft (zb das Nähbuch von rosa p.) und Viskosejersey und nun will ich es versuchen, ob ich auch eine so schöne Alltags- und Sonntagsgarderobe bekomme, wie es ganz viele Bloggerinnen haben. Nicht alles aufs einmal, aber so nach und nach.
    Interessant dein Post und deine Sichtweise. Danke dafür.
    Lieber Gruss
    Milena

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    1. Hallo Milena :)
      es geht mir beileibe nicht darum, Kaufkleidung auszurotten oder zu verdammen - ich habe selbst in den letzten Jahren zeitbedingt sehr wenig für mich genäht. Ein selbstgenähter Kleiderschrank ist zwar ein Traum, aber für mich unrealistisch und deshalb auch kein Ziel.
      Es geht eher darum, überlegter zu kaufen und vielleicht auch mal die Herstellungsweisen der Kleidung zu hinterfragen. Klappt natürlich nicht immer, ganz klar.

      Im Alltag sind die schönen Kleiderträume eher unnütz. Du sagst es schon: Mit Kleinkind achtet man eher auf Bequemlichkeit, Strapazierfähigkeit und Wascheigenschaften als darauf, dass es dann "hübsch" ist. Aber ja, das geht. Ich denke, mit dem Buch von rosa p. bist Du gut gewappnet!

      Liebe Grüße
      Katrin :)

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  5. Dein Artikel ist prima - ich habe ihn bis zu Ende gelesen und fand ihn überhaupt nicht schwafelig ;-) Ich finde es toll, dass Du Dich hast anstecken lassen.
    Du fragst, wie wir anderen das halten: Es gibt so ein paar Themen, die mich schon seit über einem Jahr umtreiben, ohne dass ich sie konkret benennen konnte. Es gibt so unglaublich viele Kleidungsstücke für so unglaublich wenig Geld zu kaufen. Da fällt das Kaufen viel zu leicht und oft kauft man eben schnell etwas, obwohl leise Zweifel bestehen (Passform nicht 100%, steht mir die Farbe?, habe ich nicht schon so was ähnliches? etc.) - egal, kostet ja nichts...und der Schrank wird voller und voller und man zieht nur einen Bruchteil davon an.
    Ob das auch mit ausschlaggebend war, dass ich selbst angefangen habe zu nähen, weiß ich nicht - ich glaube eher nicht. Da war für mich eher die Individalität und die Möglichkeit, irgendwann in der Lage zu sein, wirklich mir passende Kleidung selbst herzustellen, im Vordergrund. Als Konsequenz habe ich tatsächlich seitdem viel weniger und jetzt auch schon relativ lange nichts Neues mehr gekauft. Aber...
    ...dann hat mich die schiere Masse an Stoffen, Schnittmustern, Ideen, Möglichkeiten regelrecht überrollt und überfordert. Da stand ich nun, wollte keine Kleidung mehr sinnlos konsumieren und machte mit Stoffen geradeso weiter. Machen das Anfänger so? Keine Ahnung - irgendwie hatte ich auch da relativ bald das Gefühl, dass das anders gehen muss. Aber man hat als Anfänger auch wirklich keine Ahnung, was man aus so einem tollen Stück Stoff macht. Es fehlt völlig das Abstraktionsvermögen ein Kleidungsstück in dem Stoff zu erkennen. Also lässt man sich von Farben, Mustern oder der Haptik leiten, ohne zu wissen, was daraus mal werden soll. Inzwischen werde ich darin zwar auch besser, aber das dauert :-).
    Dem Kind einen Namen gegeben hat für mich Ms. Fisher mit dieser Aktion - auf einmal hat es klick gemacht und ich dachte, das ist es.
    Pläne hatte ich vorher auch schon viele - aber Pläne nützen bei mir wenig. Neue Ideen kommen schneller, als ich in der Lage wäre einen Plan umzusetzen. Da ist die Idee mit einem Gesamtkonzept schon besser, da viel offener und flexibler.
    Trotzdem bin ich sicher, werde ich auch in Zukunft ab und zu daneben greifen - ab und zu ist es ja auch nicht schlimm. Aber ich möchte für die Zukunft eine stimmige Garderobe aus der ich alles anziehe. Und nicht mehr einen vollgestopften Kleiderschrank.
    Das war jetzt eine lange Antwort - sorry, aber mich treibt dieses Thema echt um und Du hast gefragt :-). Ich bin auf alle Fälle sehr gespannt, was bei Dir noch alles zu diesem Thema passiert!
    Einen schönen Abend noch!
    LG SuSe

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    1. GENAU!
      Manchmal bin ich auch ein Opfer des "Sale"-Schildchens. Och, das ist günstig... da findet sich schon was Passendes im Schrank.
      Gut, farblich bin ich zwischenzeitlich sehr gefestigt und bewege mich wirklich nur im besagten Rahmen. Ausnahmen sind extrem selten.
      Es geht mir auch nicht um die Einstellung von Konsum, sondern eher um das Nachdenken an sich. Sowohl im Kauf- als auch im Nähbereich.
      Wie oft habe ich schon Dinge genäht, die ich soooooooo toll fand. Interessant zu nähen, außergewöhnliche Details - und dann... tragen? Neee...
      Ich finde Deine Überlegungen logisch und finde mich da sehr wieder.
      Mal sehen, was draus wird. Pläne waren ja noch nie mein Freund ;)

      Liebe Grüße
      Katrin

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  6. Hallo Frau Vau, jeeeeder Satz löst bei mir ein „geeenau“ aus. Toll, dass Du es auf den Punkt gebracht hast. Kein Geschwafel, sondern gute Gedanken. Jetzt hab ich erstmal in die Links gekuckt, vieles ist wirklich beeindruckend. Um für mich selber mal eine zumindest einfache Klarheit zu bekommen, stelle ich mich Deinen Fragen:
    Es hat sich nach einer Farbberatung im Laufe der letzten Jahre entwickelt, dass ich überwiegend „nach Plan“ nähe. Ich habe meine Kleidung nach Grund-Farben zusammengestellt, eine blaue, eine grüne, eine schwarze, eine Lila, eine weinrote „Kollektion“ (nenn ich einfach mal so). Dann noch ein bisschen Bunt für den Sommer. Weil nämlich auch immer NICHTS zusammen passte in meinem Schrank. Es gibt jetzt für jede meiner Kollektionen mindestens eine Jacke, eine Hose, ein Rock, ein Oberteil und für drei Farben einen Wintermantel. Inzwischen natürlich auch mehr als EINE Hose z.B.
    Seit ich bei MMM mitmache, kucke ich noch genauer hin und stellte gerade fest, dass ich relativ wenig Oberteile habe. Außerdem ist inzwischen alles sehr einfarbig (manchmal übertreibe ich auch ein bisschen) und das soll sich jetzt ändern. Also doch ganz schön viel Plan. (Da bin ich ja froh.)
    Und damit jetzt endgültig die „Spontankäufe“ aufhören, stelle ich gerade meine Stoffberge nach Farben zusammen. Damit hab ich viel besser im Kopf, was bei mir rumliegt, und wenn meine Augen im Stoffladen sehnsüchtig auf einem schicken Stoff hängenbleiben, ZWINGE ich mich zum Erinnern an diese Stoffberge – hat in der letzten Zeit einigermaßen funktioniert.
    Was passt wozu – ich sollte dazu auch mal so eine tolle Liste machen, wie bei :
    https://gegenwindundglitzerkram.wordpress.com/2015/02/18/mull-konsum-plastik-myspringessentials-meine-silhouette/
    dann kann es nur noch besser werden. Weil auch ich einfach mit diesem „Konsum-Wahn“ aufhören will. Auch, weil ich schon ein bisschen älter bin und vermute, dass ich mit meinen Stoffbergen wahrscheinlich noch bis zu meinem Ende!! ausreiche. Da ich noch lange leben will, kann sich jeder vorstellen, wie groß die Stoffberge sind (Oooh mein Gott). Wenn alles sortiert ist, gibt es vielleicht Fotos – vielleicht.
    Jetzt noch die Frage, steht mir wirklich ALLES, was bei mir so rumliegt. Gut, meine Silhouette kenne ich inzwischen (schmerzhaft) gut, aber gehe ich damit geschickt um??? Ich fürchte nicht immer, habe mir aber seit dem Buch von Guido Maria Kretschmer intensivere Gedanken darum gemacht und werde mich bessern!!! Bei den Farben kenne ich mich wegen der Farbberatung einigermaßen gut aus, halte mich aber nicht immer daran. Mit Schminke versuche ich das etwas auszugleichen. Aber z.b. ORANGE (und die ganzen Herbstfarben) geht bei mir als Sommertyp gar nicht und da halte ich mich auch dran.
    Eins ist auf jeden Fall klar, Minimalismus ist nichts für mich, ich mag die Vielfalt, aber das sollte nicht zwangsläufig in einen Sammeltrieb ausarten – ich hoffe, das lässt sich einrichten…….
    Eigentlich wollte ich heute noch einen Pulli nähen, aber seit es bei mir den MMM gibt, kann ich diesen Tag eigentlich knicken. In diesem Sinne ganz herzliche Grüße von Agathe

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    1. Danke für Deine Antwort! Ich finde es sehr interessant, dass andere doch sehr "gezielt" nähen können und wollen - bei mir ist doch oft der Lustgewinn ausschlaggebend, so dass ich (wie z. B. beim Marilyn-Dress) einfach tolle Stoffe verarbeiten will oder einen schönen Schnitt ausprobieren möchte. Dass ich das Endergebnis nicht tragen (kann) war vorher fast schon klar. Zu pink, zu bunt... was ich nicht wußte ist, dass der Schnitt einfach gar nix für mich ist: Falsche Silhouette.

      Spontankäufe wird es wohl immer geben - aber wenn ich sie auf ein erträgliches Maß reduzieren kann, wäre das ja schon was.

      In Sachen Farbe bin ich ja schon so weit... fehlt "nur" noch der Rest. ;)

      Den Ansatz verschiedener Kollektionen finde ich prima, aber dazu reicht's wohl erstmal noch nicht bei mir. Vorerst wäre ich mit einer Basisgarderobe zufrieden.

      Dann geloben wir mal Besserung, oder?! ;)
      Liebe Grüße
      Katrin

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  7. Huhu, ich finde deinen Beitrag super geschrieben! Hat Spaß gemacht ihn zu lesen. Ich nähe fast nur nach Plan, weil grundsätzlich sehr hochwertige stoffe kaufe, und viel Arbeit in den Schaffensprozess fließt, und es mir zu schade wäre, wenn ich das Kleidungsstück dann nicht tragen würde.
    Wichtige Gedanken die ich mir vorher mache: Habe ich die richtige unterwäsche dazu, die richtigen Schuhe? Welche Jacke ziehe ich drüber, kann ich damit Radfahren, passt es zu meiner Figur, meinem typ? Ist jetzt die richtige Jahreszeit dafür?
    Ich bin gespannt was du jetzt machst, ich verfolge solche pläne und deren Umsetzung total gerne! (:
    Liebe Grüße,
    yacurama

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    1. Da bist Du aber brav! :)
      Ich schaffe das nicht immer... Und ich muß zugeben, dass ich es schwierig finde, Stoffe zu kaufen, da ich ja auf's Internet angewiesen bin. Hier gibt's gar keinen Stoffladen, und der in der nächstgrößeren Stadt ist eher... na, sagen wir mal "bunt" sortiert. Die Ausbeute ist dort meist gering.
      Die Zeit, die in ein Kleidungsstück fließt, ist nicht unerheblich. Wobei ich doch zugebe, dass es eher ein Kick ist, etwas Neues auszuprobieren. Das bricht mir natürlich das Genick bei so einem Vorhaben. Im Anschluss an den Schrank sind also die Schnitte dran, auf Kombinations- und Änderungsfreudigkeit geprüft zu werden.

      Mal sehen, wo ich lande!
      (Und es beruhigt mich doch sehr, dass auch Dir noch manchmal ein "Fehler" unterläuft ;))
      Liebe Grüße
      Katrin

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    2. Ich kaufe auch viele Stoffe im Internet, lasse mir aber meistens Stoffproben schicken. Das gehört auch zum Planen ;-)

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  8. Achso, manchmal gehts natürlich auch daneben... Trotz plan. Aber das ist ja nicht so schlimm, dann weiß ich wenigstens, was ich NICHT will :D
    yacurama

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  9. Also ich habe es mit dem Nähen nach Plan versucht und finde es auch praktisch und sinnvoll, aber ehrlich gesagt kommt mir zu viel Kreativität dazwischen. Ja, ich nähe aus Bedarf und ohne den Bedarf würde ich wohl auch nicht nähen, aber ich träume nicht immer von dem, was mein Schrank gerade bedarf. Und so schleichen sich doch die Anlasskleider, die Projekte in der Bloggerwelt und schnellverliebte Ideen immer wieder ein. Dazu kommt eben auch die Dauer der Projekte - kaufen kann ich schnell, aber machen dauert.

    Meine kleine Bestandsaufnahme hatte ich auch mal gepostet und zumindest auf Farbschema achte ich seitdem sehr genau, aber ich kaufe immernoch spontan, ich horte auch immer noch - das macht mir aber auch Freude und da ich überhaupt kein Typ für Minimalismus bin wüsste ich auch nicht, warum ich mich dazu zwingen sollte ;)

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    1. Ja. Die Abenteuerlust. Das "ui, das sieht interessant aus". Der besagte Lustgewinn BEIM Schaffen, nicht über das Geschaffene.
      Da befinde ich mich in guter Gesellschaft. ;)

      Nein, Minimalismus ist auch nichts für mich. Ich horte und sammle doch zu gerne und werde mich auch nicht zum Verzicht zwingen. Darum geht es nicht.
      Aber ich möchte gerne etwas bewusster auf meinen Klamottenkonsum schauen, sowohl im Kauf- als auch im Nähbereich. Ob da was draus wird, sei dahingestellt. Aber probieren geht über studieren, nech?! :)

      Liebe Grüße
      Katrin

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    2. Oh ja, ich bin da der beste schlechte Einfluss den man haben kann :)

      Ach, vielleicht sollte ich das auch nochmal näher beleuchten - es juckt mir in den Fingern :D

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  10. Das mit den Plänen habe ich diverse Male versucht und bin immer gescheitert. Dein Post spricht mich sehr an, denn ich bin sehr genervt von meinem Kleiderschrank voller "Nichts anzuziehen". Ich sollte mal in mich gehen und entscheiden, was ich behalten will und was weg kann. Und dann aus dem Rest einen neuen Kleiderschrank mit sinnvollen Ergänzungen aufbauen.

    Mittlerweile weiß ich aber ganz gut, was mir steht und es kommen seltener Totalasufälle die ich einfach weiterreiche. Immerhin finde ich meist nette Abnehmer!

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    1. Bei mir sind es meistens die Spontankäufe, die "Ausfälle" werden.
      Mit dem Plan kann man es ja mal versuchen - alles ist ein KANN, nichts ist ein MUSS.
      Nach dem dritten Fach "Schrankräumung" kann ich sagen: Boah, das BEFREIT!!! ;)

      Liebe Grüße
      Katrin :)

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  11. Hallo Katrin,
    ich fang jetzt mal oben an und geb dir locker ein paar meiner Gedanken mit ;) Es könnte Chaotisch werden :D
    "Ist es nicht ganz oft einfach der Wunsch danach, etwas oder jemand zu sein, das/der man nicht ist?" Ich stimme Dir soo zu: Wie oft dachte ich mir schön "oooh ist das toll, das will ich auch haben" und dann hab ich Stoff besorgt und irgendwie dachte ich dann hä? Das passt überhaupt nicht zu mir. Und der Stoff liegt in meiner Kiste rum bis mir was einfällt, wie ich das zu 'meinem' Teil machen kann.

    Das Problem die vorhandene Kleidung immer nur in der selben Kombination zu tragen kenne ich. Daher habe ich auch meine Bestandsaufnahme gemacht und werde ab jetzt mit Plan nähen :D Also mal sehen wie gut das klappt, bisher habe ich doch eher nach Lust und Laune genäht und häufig vor allem weil mich die Verarbeitung interessiert oder ich die Herausforderung suche. Ist natürlich auch schön und vor allem sehr lehrreich, aber ein bisschen Struktur möchte ich dort dennoch hineinbringen.

    Ich hab leider wenig Ahnung, was mir wirklich steht. Aber ich denke, das worin ich mich wohl fühle lässt mich auch gut aussehen (: Und außerdem: trägt man manche Dinge nicht, weil es ein cooler Stil ist obwohl das so eigentlich niemandem steht? :P

    Alles Liebe, ich bin gespannt wie es weiter geht.
    Deine Freja

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    1. Es freut mich, dass Du Dich hier wiederfinden konntest - Dein Posting war ja eines derjenigen, die mich überhaupt dazu gebracht haben, mal so wirklich konsequent die ganze Sache zuende zu denken. Oder damit anzufangen.

      Bei Dir ist also auch der Lustgewinn (oder Herausforderung) ein dicker Grund für's Nähen. Ja, das ist nunmal so... Aber Du hast schon recht: Nur damit kriegt man kein Konzept rein. Ich finde mich da ganz stark wieder!

      Ich verfolge Deinen Prozess weiter und hänge mich hier und da an - auch ich bin gespannt! :)
      Liebe Grüße
      Katrin :)

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