24. Juli 2016

Shibori Dyeing und Alabama Chanin: Ein Festival der "ersten Male"

Heute gibt's ein Feuerwerk der "ersten Male" hier im Blog, denn ich habe tatsächlich zum ersten Mal "händisch" gefärbt, und auch zum ersten Mal ein Kleidungsstück im Stil von Alabama Chanin genäht.
Makerist Shibori Dye Set und Alabama Chanin inspired Shirt: frauvau.blogspot.de
Aber der Reihe nach...

Es ist schon eine kleine Weile her, da trudelte hier ein Päckchen von Makerist* ein:
Makerist Shibori Dye Set und Alabama Chanin inspired Shirt: frauvau.blogspot.de
Drin war ein "Shibori"-Materialset - ein kleines (unverbindliches!) Dankeschön dafür, dass meine Wassermelonen-Clutch im Makerist-Blog vertreten war, und gleichzeitig für mich die Gelegenheit, das Färben mal zu testen.

Das Ergebnis darf ich euch heute zeigen...


Eigentlich bin ich ja nicht der Typ, der sich gerne die Finger und die Umgebung einsaut.
Da kommt mir so ein "Färben-im-Glas"-Set doch sehr gelegen, denn das ist eine relativ saubere Angelegenheit.
Makerist Shibori Dye Set und Alabama Chanin inspired Shirt: frauvau.blogspot.de
Im beiliegenden Makerist-Heft* war eine ausführliche Anleitung enthalten, und so konnte ich gleich loslegen.

Todesmutig habe ich den Satz "am Ende entstehen oft ganz andere Farben, als auf der Packung angegeben" ignoriert und habe den (auch im Set enthaltenen) Jersey brav mit den Farben grün und gelb bestreut, gefaltet, gewickelt und ins Glas gesteckt.
Makerist Shibori Dye Set und Alabama Chanin inspired Shirt: frauvau.blogspot.de
Danach holte ich meine Überraschungsfärbung aus dem Glas - wer mir auf Instagram folgt, hat sie schon gesehen:
Makerist Shibori Dye Set und Alabama Chanin inspired Shirt: frauvau.blogspot.de
Das Ergebnis nenne ich liebevoll "Löwenzahnüberraschung"...
Eine Orgie in Grün (juhu!) und Gelb (hm. okayyyyyy....?).

Nun saß ich also da, mit meinem shibori-gefärbten Jersey und wusste noch keine so rechte Verwendung dafür.

Bei näherer Betrachtung des Jerseys fiel mir dann auf, dass dieser relativ dünn war - also eher für ein Tuch geeignet, wie im Heft angedacht.
Warum aber nicht trotzdem ein Shirt draus machen?
Doppellagig, vielleicht? 

Bei Martina und Sandra fielen mit schon die tollen, von Alabama Chanin inspirierten Kleidungsstücke ins Auge, und beim Gedanken daran kam auch die Erleuchtung:
Warum nicht die beiden Techniken kombinieren?!

Gedacht, getan.

Im Stash fand sich ein Sommerjersey in freundlichem Schwarz: Die perfekte Kombination, um die Shibori-Färbung zum Leuchten zu bringen und gleichzeitig die Gelbanteile in meiner Gesichtsnähe etwas zu neutralisieren.
Makerist Shibori Dye Set und Alabama Chanin inspired Shirt: frauvau.blogspot.de
Naaaaa?

Gar nicht so übel für den ersten Färbe- und Stickversuch, finde ich.
Makerist Shibori Dye Set und Alabama Chanin inspired Shirt: frauvau.blogspot.de
Die Stickerei war allerdings etwas lästig, muss ich zugeben.

Ich wollte einen "Peng"-Effekt und sehr plastische Stiche, so dass ich mir gelbgrünes und olivgrünes Perlgarn ausgesucht habe.
Das Sticken war damit relativ mühselig, denn die Jerseys waren zwar leicht, aber eben auch sehr fein. Entsprechend schlecht glitt das Garn durch den Stoff.
Zudem nervte mich das Verziehen des Jerseys. Auch doppellagig verhält er sich nunmal nicht wie Webware.

Das fertige Shirt braucht noch eine Runde in der Waschmaschine, damit die Schnittränder sich etwas weicher gestalten. Sonst bin ich - trotz der Probleme beim Sticken - doch sehr zufrieden mit dem Ergebnis (und mit mir, jawohl).  
Makerist Shibori Dye Set und Alabama Chanin inspired Shirt: frauvau.blogspot.de
Die Reversapplikationen habe ich mit verschiedenen Stickstichen eingefasst - vom einfachen Vorstich bis zum Kettstich ist fast alles dabei.

In den Detailaufnahmen sieht man gut den Farbverlauf des gefärbten Jerseystücks. Relativ gelb am Hals, nach unten hin immer mehr ins Grün übergehend.

Leider hat nur ein kleiner Teil meines Shibori-Jerseys einen "typischen" Batikeffekt. Ich glaube, ich habe einen Tick zuviel Wasser ins Glas gegeben, so dass die untere Stoffschnecke einfach etwas gleichmäßiger gefärbt wurde.

Makerist Shibori Dye Set und Alabama Chanin inspired Shirt: frauvau.blogspot.de
Das Rückenteil des Shirts habe ich komplett in freundlichem Schwarz gehalten und lediglich ein paar Kreiselemente aufgestickt, um den Look vom Vorderteil nochmal aufzunehmen.
Optisch verbunden wird dann alles durch die mit groben Laufstichen aufgenähten Rollsäume an Hals- und Ärmelausschnitten sowie am Saum.

Schnitt: Kirsten Kimono Tee
schwarzer Sommerjersey: unbekannter Herkunft, Restbestand aus dem Stash.
Färbejersey: Makerist Shibori-Set

Fazit: 
Neue Erfahrungen sind prima, und ab und zu muss man aus der Komfortzone kommen. Das habe ich damals bei meinem Dirndl-Dilemma schon festgestellt, und hier auch wieder.

Das Färben im Glas hat mir Spaß gemacht, eine Wiederholungstat (vielleicht in Webware und freundlichem Schwarz?) ist nicht ausgeschlossen. Ich denke da an ein Wickelkleid...
Lieben Dank an die netten Menschen bei Makerist.de* für das ohne Auflagen und Verplichtungen zur Verfügung gestellte Set und die Gelegenheit, meinen Horizont zu erweitern!

Und was treibt ihr da draußen so?
Habt ihr auch Lust bekommen, mal wieder etwas Neues auszuprobieren? Dann nur zu! In die Komfortzone kann man ja jederzeit wieder zurückkehren.

Ich verabschiede mich mit diesem Beitrag in eine (wohl internetlose) Schulungswoche, wo ich auch wieder Neues lernen darf und wünsche euch eine tolle Woche!
Herzlichst, eure

Kommentare :

  1. Gratulation zum ersten Versuch, und gleich zwei neue Sachen in einem! (Alabama Chanin zieht anscheinend ihre Kreise jetzt auch hier bie uns, ich muss heute Stofffarbe nachkaufen, um die Rückseite meines Shirts anzugehen.) Shibori steht auch auf meienr Liste der Dinge, die ich bald ausprobieren möchte (ich Lemming), allerdings eher die gefaltet-gebundene Variante mit Holzplättchen, die so schön grafische Muster bringt. Liebe Grüße, Gabi

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  2. Roswitha Vorbeck10:33

    ich schau ja nur alle halbe Jahre mal in Deinen Blog.... da ich Dich täglich sehe....aber das hast Du toll hingekriegt! Mami-gerade-vor-Neid-erblasst....

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  3. Spannender Bericht! Das Ergebnis überzeugt auf ganzer Linie bzw. von Loch zu Loch ;-) die Färbung finde ich sehr schön und Deine Varianten von Alabama Chain mag ich sehr, modern, klar und nicht verspielt.
    LG Kuestensocke

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  4. WHOOO - sieht klasse aus! Starke Kontraste - diese Färbetechnik im Glas muß ich mir näher anschauen, ich mag mit Farben rumgepampe auch nicht sonderlich.
    Hach, und Alabama Chanin...immer wieder schön!
    Liebe Grüße,
    Sandra

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